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En garde! Annkathrin Wulff visiert mit dem Degen den Fechtsport-Vorsitzenden Hagen Stickel an. Bei ihren Vereinsbesuchen hört sie nicht nur hin, sondern macht auch gerne mit.  Foto: Seibel
En garde! Annkathrin Wulff visiert mit dem Degen den Fechtsport-Vorsitzenden Hagen Stickel an. Bei ihren Vereinsbesuchen hört sie nicht nur hin, sondern macht auch gerne mit. Foto: Seibel
25.02.2016

Auf in den Wahlkampf! Annkathrin Wulff (SPD) scheut kein Gefecht

Annkathrin Wulff will Pforzheims Stimme der SPD im Landtag werden. Um nah am Wähler zu sein, setzt sie auf Hausbesuche, aber auch auf Visiten bei Vereinen. Das sportive Gefecht scheut sie nicht. Dass sie kämpfen kann, hat sie parteiintern bewiesen.

Degenmäßig verhält sich Annkathrin Wulff im Wahlkampf. Das ist zumindest an diesem Abend in der Sporthalle der Goetheschule wörtlich zu nehmen. Die SPD-Landtagskandidatin für Pforzheim stürzt sich an der Seite ihrer Ersatzbewerberin Julika Bauer ins Gefecht. Möglichst nah dran wollen die beiden Frauen an potenziellen Wählern sein. Deshalb setzen sie neben Hausbesuchen auf Visiten bei Vereinen – sportive Einlagen inklusive. Bei Hagen Stickel, dem Vorsitzenden des Vereins Fechtsport Pforzheim, treffen sie mit diesem Ansatz ins Schwarze. „Es ist doch absolut super, wenn sich jemand für uns interessiert“, sagt Stickel, ehe er den Frauen die nächsten Kniffe am Degen zeigt. Wulff schlägt sich gut. Kampfgeist hat sie bereits bei der parteiinternen Kandidatenkür bewiesen.

Für Außenstehende war das ein Paukenschlag: Viele hatten in der lokal prominenten SPD-Stadträtin Jacqueline Roos, Jahrgang 1966, die klare Favoritin gesehen. Doch die Pforzheimer Genossen entschieden sich für ein weniger bekanntes, junges Gesicht. Von 71 Stimmen erhielt Roos 27, Wulff aber 42. Zur Erinnerung: Bei der Kommunalwahl 2014 war Erstere mit 9710 Stimmen erneut in den Gemeinderat gewählt worden, Wulff hatte den Sprung ins Gremium verpasst. Dennoch schätzten Beobachter die 3620 Stimmen für Wulff als beachtlich ein. Schließlich lebte sie zu diesem Zeitpunkt erst seit etwa vier Monaten in der Goldstadt.

Bei Hausbesuchen und Flugblattaktionen habe sie sich die Füße wund gelaufen, erzählt Wulff: „Den Genossen war danach klar, dass es bei mir an Einsatz nicht mangelt.“ Diese hätten mit Blick auf den hohen Altersschnitt im Landesparlament bewusst auf ein junges Team gesetzt. Und das geht im Wahlkampf gern neue Wege. Eine Handy-Sprechstunde per WhatsApp gehört zum Wahlkampf-Konzept. Und eben die Aktion „Politik trifft Vereine“, für die Wulff und Bauer unter anderem ins Schwimmbecken eintauchen, Tango tanzen, Tischtennis spielen oder eben fechten.

„Einige neigen dazu, in eine Angststarre zu verfallen“, thematisiert Wulff die Flüchtlingskrise. „Wir können Sorgen haben, dürfen uns aber nicht lähmen lassen.“ Deutschland sei ein starkes Land: „Wir müssen keine Angst vor der Zukunft haben.“ Scharf kritisiert sie Parteien, die Ängste schürten. Eine Koalition mit AfD-Beteiligung werde es mit der SPD nicht geben.

Am liebsten, daraus macht Wulff kein Hehl, würden die Sozialdemokraten mit den Grünen weiterregieren. Dass der Partner anders als die SPD gute Umfragewerte aufweist, führt die Pforzheimer Kandidatin nicht auf ein Gefälle in der Regierungsarbeit zurück. Die SPD müsse ihre Erfolge nur besser kommunizieren.

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