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Bombe im Erdreich vermutet © Seibel
15.09.2010

Aufatmen: Keine Bombe, keine Evakuierung

PFORZHEIM. Die Wahrscheinlichkeit eines Fundes, sagt Ordnungsamtsleiter Wolfgang Raff, nehme ab. Er wirkt erleichtert. Er atmet noch hörbarer auf, als Frank Krebs, der stellvertretende Leiter des Polizeireviers Süd, eine knappe Stunde später signalisiert: „Da war nichts mehr.“ Gleiches bestätigt auch Klaus-Peter Olsson vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg. Damit ist es gewissermaßen amtlich: Zwar schlug hier, zwischen Calwer Straße und Nagold, kurz vor dem Kupferhammer-Kreisel, im Zweiten Weltkrieg mit aller Wahrscheinlichkeit eine Fliegerbombe ein, aber irgend jemand hat sie irgendwann herausgeholt. Keiner weiß Genaues.

Bildergalerie: Fliegerbombe in der Calwer Straße vermutet

Nur: Sie ist nicht mehr da – der Bau am Regenrückhaltebecken kann weitergehen. Eineinhalb Stunden lang hat der Fahrer des Spreizbaggers behutsam die Erde Schicht um Schicht abgetragen. Am Ende hat er knapp zwei Meter tief gebuddelt.

Immer wieder steigt Olssons Kollege Alexander Geiselhart in die Grube, hält den Metalldetektor in der Rechten. Er ist sich nicht sicher – also weitermachen. Noch einen Meter weiter in der Breite, einen in der Länge. Die Männer vom Kampfmittelbeseitigungsdienst müssen auf Nummer sicher gehen. Zunächst hatte man eine 250-Kilo-Fliegerbombe vermutet, ging dann mit der Schätzung anhand der Luftbildauswertung herunter auf 100 Kilo. Entsprechend sank der Radius der möglicherweise zu evakuierenden Bevölkerung.

Die Anwohner an den relevanten Straßen – 200 Haushalte – wurden bereits am Dienstag von Feuerwehr und Ordnungsamt informiert. Die Jahnhalle wäre zur Verfügung gestanden, um die Evakuierten aufzunehmen.

Nichts davon ist nötig. „Wir werden per Lautsprecher Entwarnung geben“, sagt Feuerwehrkommandant Volker Velten. Der Erste Bürgermeister Roger Heidt dankt allen für den „höchst professionellen Einsatz“.

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