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Die Pforzheimer SPD zeigt mehr als nur Auflösungserscheinungen. Wer wissen will, wie es dazu kam, muss auch ein bisschen zurückblicken.   Foto: hawanafsu - stock.adobe.com (Symbolbild)

Auflösungserscheinungen bei Pforzheimer SPD: So kam es dazu - ein Rückblick

Pforzheim. In Pforzheim stellt diese Partei den Oberbürgermeister und ein weiteres Mitglied der vierköpfigen Bürgermeisterriege. Ihrer Gemeinderatsfraktion gehören neun Mitglieder an. Sie verfügt zwar nicht über einen Landtagsabgeordneten, hat aber das Direktmandat im Bundestag. Kurz: Man ist wer. Und zwar ist man die SPD des Jahreswechsels 2000/01. Die Zahlen gelten eins zu eins für die Pforzheimer CDU des Jahres 2020, aber das ist vermutlich Zufall, im äußersten Fall ein Menetekel, eine Warnung für die Christdemokraten. Den Sozialdemokraten müssten sie die Tränen in die Augen treiben. Geblieben ist: kein Bürgermeister. Ein bislang noch sicherer Listenplatz für die Bundestagswahl statt des Direktmandats. Und eine vierköpfige Gemeinderatsfraktion, die aber mit der Formel drei plus eins treffend beschrieben ist, wie dies der sozialdemokratische Altstadtrat Joachim Rösch zuletzt in einem Leserbrief tat – wo er sie ein „bemitleidungswürdiges Häuflein“ nannte. Bei der jüngsten Landtagswahl landeten die Pforzheimer Genossen auf dem vierten Platz hinter AfD, Grünen und CDU. Nur noch 0,8 Prozentpunkte trennten sie von der fünftplatzierten FDP, nur gute anderthalb Prozentpunkte von einem einstelligen Ergebnis. An Gewicht liegen die Sozialdemokraten in Pforzheim kaum noch, wenn überhaupt, vor den Liberalen. Und seit der Kommunalwahl vor einem Jahr zerfleischen sie sich auch noch.

Die Vorgeschichte

Der eigentliche Niedergang der SPD beginnt wohl mit der Privatisierung der Stadtbusse. Konkret: mit einem Bürgerbegehren gegen die erneute europaweite Suche nach einem privatwirtschaftlichen Partner. 2013 war das – und während die SPD-Fraktion im Gemeinderat dagegen stimmte, bei diesem Thema

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