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Zwischen Anshelm-, Erbprinzen- und Rohrstraße befindet sich die Abschiebehaftanstalt – es ist die einzige ihrer Art in Baden-Württemberg. 

Aufstand befürchtet: Polizei-Einsatz im Abschiebegefängnis endet glimpflich

Pforzheim. Ein 22-jähriger Algerier habe sich am Sonntagabend im Pforzheimer Abschiebegefängnis besonders "aggressiv gebärdet" und damit ein Großaufgebot an Einsatzkräften auf den Plan gerufen, wie eine Polizeisprecherin gegenüber PZ-news erklärte.

Aus Sorge, dass der 22-Jährige sieben weitere algerische Insassen des Abschiebeknasts aufwiegeln könnte, rief das Gefängnis-Personal die Polizei zur Unterstützung. Mehrere Streifenwagen eilten zum Einsatzort, um die Lage zu beruhigen. Mit Erfolg: Gegen 22 Uhr war der Einsatz laut Polizei "ohne weitere Vorkommnisse" beendet. Es sei zu keinen gewalttätigen Handlungen oder Bedrohungen gegen die Mitarbeiter des Gefängnisses gekommen. Die sieben anderen Algerier hätten sich nicht solidarisch mit ihrem Landsmann gezeigt.

Dennoch sei die Vorsichtsmaßnahme, die Polizei zu alarmieren, absolut richtig vom Gefängnispersonal gewesen, so die Sprecherin weiter gegenüber PZ-news. So könne eine drohende Eskalation in jedem Fall vermieden werden.

Das Abschiebegefängnis in Pforzheim gibt es inzwischen seit mehr als einem Jahr. Dort stehen rund 36 Plätze zur Verfügung. Die Insassen sind abgelehnte Asylbewerber, die vor ihrer Abschiebung in Haft sind. Die Einrichtung des Gefängnisses war Folge einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes.

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