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OB Gert Hager nennt den Zusammenhalt von Menschen verschiedener Religionen als Ziel, das immer mehr an Bedeutung gewinne.  Seibel
OB Gert Hager nennt den Zusammenhalt von Menschen verschiedener Religionen als Ziel, das immer mehr an Bedeutung gewinne. Seibel
Bereichert wird der Festakt unter anderem von Mitgliedern der alevitischen Kulturgemeinde auf klassischen Instrumenten.
Bereichert wird der Festakt unter anderem von Mitgliedern der alevitischen Kulturgemeinde auf klassischen Instrumenten.
05.03.2017

Auftakt der Woche der Brüderlichkeit: Aus Lernen wächst Erkenntnis

Vier (anwesende) Religionsgemeinschaften – ein Vertreter der Hindus fehlt –, ein Bekenntnis. Oder mehrere: das Bekenntnis zu einem friedlichen Miteinander, zu Toleranz und Respekt. Sowie seit jeher in der Geschichte der Religion oder Konfession die von innen kommende Einsicht in die Notwendigkeit und Bedeutung des Lernens – für sich selbst wie für die Gemeinschaft.

„Nun gehe hin und lerne“ lautet das Motto der diesjährigen Woche der Brüderlichkeit, ursprünglich (seit den frühen 1950er-Jahren) erwachsen aus dem Jüdisch-Christlichen Dialog, in Pforzheim als der ersten Stadt in Baden-Württemberg erweitert um den Islam zum Glaubens-Trialog, seit 2015 nochmals ausgebaut um die Beteiligung der alevitischen und hinduistischen Gemeinde.

Sehr stolz sei er, sagt Rabbiner Michael Bar-Lev, dass das Motto in jüdischen Quellen, einer von zwei Denkschulen der Zeit des zweiten jüdischen Tempels, wurzele. Der katholische Dekan Bernhard Ihle bezeichnet Lernen ebenso wie Bar-Lev als lebenslangen Prozess, der seinen theologischen Ursprung habe im Hören, was Gott dem Menschen sage. Ihle betont auch die Bedeutung des Zweiten Vatikanischen Konzils in Form einer neuen Dimension: „Zeichen der Zeit“ zu „entdecken und zu deuten“. Die evangelische Schuldekanin Katharina Vetter verweist auf Martin Luther, dessen Schaffen einer „einprägsamen Glaubenslehre“. Süleyman Davulcu und Hasan Akbaba unterstreichen seitens der Aleviten unter Bezug auf mittelalterliche Quellen, „ein Weg ohne Bildung“ ende „in Finsternis“.

Musikalisch umrahmt wird der Abend vor rund 150 Zuhörern mit Musikbeiträgen des Hilda-Chors und Mitgliedern der alevitischen Kulturgemeinde.