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Tauschen sich beim Messebesuch aus: Sozialdezernentin Katja Kreeb, Susanne Pröll vom Siloah, CDU-Bundestagsabgeordneter Gunther Krichbaum, Jürgen Lipps von der Bau-Innung, SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast, Sabine Titz von der Beruflichen Schule Bretten sowie Sandra Maleck und Stephanie Füller vom Institut für Talententwicklung (von links). Foto: Meyer
Tauschen sich beim Messebesuch aus: Sozialdezernentin Katja Kreeb, Susanne Pröll vom Siloah, CDU-Bundestagsabgeordneter Gunther Krichbaum, Jürgen Lipps von der Bau-Innung, SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast, Sabine Titz von der Beruflichen Schule Bretten sowie Sandra Maleck und Stephanie Füller vom Institut für Talententwicklung (von links). Foto: Meyer
Wie echt: Maurer-Azubi Paul Riedt sitzt am Steuer des Bagger-Simulators der Bau-Innung. Foto: Meyer
Wie echt: Maurer-Azubi Paul Riedt sitzt am Steuer des Bagger-Simulators der Bau-Innung. Foto: Meyer
11.07.2019

Ausbildungsmesse „Vocatium Pforzheim“ im CCP setzt auf vereinbarte Gesprächstermine

Pforzheim. Erste Kontakte knüpfen, seine Stärken präsentieren und Hilfestellung bei der Berufswahl erhalten: Im CCP hat die zweitägige Ausbildungsmesse „Vocatium Pforzheim“ begonnen. Noch bis heute Donnerstagnachmittag können sich rund 800 Schüler bei 34 Ausstellern aus den unterschiedlichsten Branchen informieren, sich bei einzelnen Firmen vorstellen und möglicherweise schon Weichen für die Berufswahl stellen.

Denn anders als bei anderen Messen haben die jungen Leute beim Besuch der „Vocatium“ bereits bis zu vier Gesprächstermine in der Tasche. Diese können sie sich mithilfe eines Messehandbuchs und eines Anmeldebogens aussuchen, wenn Sandra Maleck zu ihnen an die Schule kommt. „Die vereinbarten Termine sind gerade für schwächere Schüler wichtig, die sich auf einer offenen Messe vielleicht nicht zu diesem ersten Schritt trauen“, sagt die Projektleiterin vom Institut für Talententwicklung (IfT), das die Messe veranstaltet.

Bei den Gesprächen, die zwischen zehn und 20 Minuten dauern, haben die jungen Leute dann die Gelegenheit, etwas über sich zu erzählen und vor allem auch etwas über das Unternehmen zu erfahren – beispielsweise, ob es mehrere Azubis gibt oder was sie genau in der Lehre machen. „Ich versuche, zu vermitteln, dass sie dabei auch für sich selber einstehen müssen“, so Maleck, die bei ihren Besuchen in der Schule auch Workshops der eigenen IfT-Akademie vermittelt – zum Beispiel für Selbstpräsentation oder Betriebsbesichtigungen. Bei der „Vocatium“ konnten sich die Jugendlichen ebenfalls in Vorträgen beispielsweise mit dem Bewerbungs-Knigge vertraut machen.

Und das Konzept kommt an: „Wir haben von jeder Messe bisher Menschen für eine Ausbildung gewinnen können“, sagt Susanne Pröll vom Siloah-Bildungszentrum für Pflegeberufe, die wie Jürgen Lipps von der Bau-Innung angesichts des immer stärker werdenden Fachkräftemangels die Vielfalt an unterschiedlichen Formaten in Pforzheim schätzt. Bei den direkten Gesprächen der „Vocatium“ werde oftmals das Eis für spätere Bewerbungsgespräche gebrochen und ein Anknüpfungspunkt geschaffen.

Bei ihren Besuchen an den Schulen hat Maleck allerdings eine sehr unterschiedliche Vorbereitung der Schüler auf die Berufswahl erlebt. Das variiere von Stadt zu Land oder zwischen verschiedenen Wohngebieten. An Gymnasien beispielsweise sei dieses Thema oft noch komplettes Neuland. Daher hat IfT dort bei der Rekrutierung von Messe-Teilnehmern auch noch Nachholbedarf und setzt auf die Einführung der Berufsorientierung. „An den Gymnasien heißt es immer noch, unsere Klientel studiert“, merkte auch Lipps kritisch an, der die Aufstiegschancen in der Ausbildung betonte und wie die SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast eine Gleichwertigkeit von Dualer und Akademischer Ausbildung forderte. Mast und ihren CDU-Kollegen Gunther Krichbaum interessierte beim Austausch mit Vertretern aus Firmen, Politik und Verwaltung vor allem die Finanzierung der Messen des gewerblichen Veranstalters. IfT-Teamleiterin Süd Stephanie Füller versicherte, dass sich die „Vocatium“ vollständig aus Standgebühren der Aussteller finanziere und Synergieeffekte durch die Verzahnung mit anderen IfT-Standorten entstünden.

Verzahnen will sich IfT auf Nachfrage von Enzkreis-Sozialdezernentin Katja Kreeb auch noch stärker mit Jobcenter und Arbeitsagentur sowie anderen Messen und will versuchen, auch über soziale Träger Jugendliche zu erreichen. Zudem soll die Messe 2020 „Vocatium Nordschwarzwald“ heißen, um noch mehr Schulen und Firmen aus der Region anzusprechen. Und auch ein anderer Termin ist im Gespräch. „Vielleicht könnte das kurz vor den Ferien sein, da haben Schüler und Lehrer wieder Luft“, regte Krichbaum an.