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Der ehemalige Vorsitzende des Diakonissenvereins Siloah, Eberhard Bosch, erinnert bei der Versetzung des Gedenksteins 2005 an den Frauenarzt Rudolf Kuppenheim, dermit seinr Frau Lily kurz vor dr drohenden Deportation den Freitod wählte. Archiv foto: Seibel 

Auschwitz als Symbol von Mord und Verführbarkeit – auch für Pforzheim

Pforzheim. Eigentlich ist die Freiburger Historikerin Sabine Herrle (Foto: Samsony) auf der Suche nach der Geschichte eines ihrer Großväter, interniert in einem Lager in der Bretagne. Rund 5000 vorwiegend Deutsche werden dort fünf Jahre lang – von 1914 bis nach dem Ende des Ersten Weltkriegs – gefangen gehalten. Bei ihrer Recherche stößt Herrle auf den Namen Kuppenheim. Ludwig Kuppenheim. Oder Louis, wie er sich später nennen wird, geboren 1891. Es ist eine Pforzheimer Geschichte, ein Drama jüdischen Lebens.

Herrle breitet es aus in einem fürs Internet aufgezeichneten Vortrag – denn erstmals findet der internationale Holocaust-Tag anlässlich der Befreiung von Auschwitz-Birkenau am 27. Januar coronabedingt digital statt. Auch das Grußwort von Oberbürgermeister Peter Boch (Foto: Moritz) ist nur auf der Homepage der Stadt Pforzheim zu sehen (www.pforzheim.de/gedenken-auschwitz.de). Boch erinnert an die Verfolgung und Ermordung von über sechs Millionen Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen, Zwangsarbeitern, Behinderten, Kriegsgefangenen und Deserteuren, mahnt, nicht wegzuschauen, sich die Vergangenheit zu vergegenwärtigen, um daraus Lehren zu ziehen. Boch: „Wir müssen über Auschwitz reden – Erinnerung darf nicht enden.“

Mehr lesen Sie am Donnerstag, 28. Januar, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Olaf Lorch-Gerstenmaier

Olaf Lorch-Gerstenmaier

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