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Derivate-Debakel in Pforzheim

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Foto: Symbolbild © dpa
31.05.2016

Auseinandersetzung mit der Deutschen Bank nimmt ihren Lauf: Nächster Derivate-Prozess wartet

Pforzheim/Frankfurt. Der ursprünglich auf April bis Oktober 2016 angesetzte Strafprozess im Pforzheimer Derivate-Debakel lässt auch sieben Jahre nach Bekanntwerden des 56-Millionen-Euro-Fiaskos weiter auf sich warten. Der Grund: Ein Richter fällt, wie berichtet, wegen eines Pflegefalls für mindestens ein Jahr aus.

Dagegen könnte die Schadensersatz-Auseinandersetzung mit der Deutschen Bank in diesem Sommer einer Entscheidung entgegen gehen. Die Stadt Pforzheim hatte sich per Gemeinderatsbeschluss zu einer Klage gegen das Bankhaus entschieden, um es ganz oder teilweise für den verbleibenden Schaden von rund 19 Millionen Euro haftbar zu machen, nachdem man sich mit der weiteren beteiligten Bank J.P. Morgan darauf geeinigt hatte, dass diese rund 37 Millionen Euro daran trägt.

Spekulative Zinsderivat-Geschäfte mit der Deutschen Bank aus dem Jahr 2005 waren der Auslöser von allem gewesen. Nachdem daraus Verluste in unbegrenzter Höhe drohten, hatte Pforzheim zur Absicherung weitere, spiegelbildliche Geschäfte mit J.P. Morgan abgeschlossen, aus denen die Verluste resultierten. Die Papiere der Deutschen Bank schlossen am Ende mit einem Gewinn von rund neun Millionen Euro. Eine Falschberatung der Deutschen Bank beim Abschluss sowie ein massiv gestörtes Vertrauensverhältnis zu diesem Bankhaus, als zwischenzeitlich die unbegrenzten Verluste drohten, habe aber alles weitere nach sich gezogen, argumentiert die Stadt. Auch in ihrer Klageschrift, die nach Auskunft des städtischen Pressesprechers Michael Strohmayer vor einigen Wochen an das zuständige Landgericht Frankfurt und auch an den Prozessgegner aus der Hochfinanz ging.

<<<Das ganze Pforzheimer Derivate-Debakel in einer Chronik>>>

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