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Eine ansprechende Architektur verspricht der Entwurf des Marktareals. Foto: Schmidt
Eine ansprechende Architektur verspricht der Entwurf des Marktareals. Foto: Schmidt
11.07.2012

Ausgang im Streit um Supermarkt völlig offen

Die CDU-Mitglieder im Planungs- und Umweltausschuss halten die Argumente der Stadtverwaltung und des Büros Modus Consult für die Umwandlung des Wohngebiets an der Postwiesenstraße in ein Sondergebiet und damit für einen 1400-Quadratmeter-Supermarkts für stichhaltig. Die Befürworter sehen die Einwände, insbesondere des Bürgervereins Rodrücken, entkräftet. Zünglein an der Waage ist die SPD.

„Einige Einwände waren wirklich abstrus“, so Stadtrat Carsten von Zepelin. Die CDU wird also bei der Gemeinderatssitzung am 24. Juli für eine Bebauung stimmen. Die Grünen werden dagegen votieren, weil sie den Bürgerwillen als zu wenig berücksichtigt ansehen. Hier, so Stadträtin Uta Golderer, gehe es nur um die Vermarktung des Grundstücks südlich der Postwiesenstraße. Das gehört der Baugesellschaft Bau und Grund, die den Supermarkt errichten und an Edeka verpachten würde.

FDP gespalten

Die FDP werde nicht einhellig abstimmen, das kündigte Monika Descharmes an. Die Fraktionsgemeinschaft wird geschlossen mit Nein stimmen. Ihr Vorsitzender, Michael Schwarz (Freie Wähler), begründete dies unter anderem damit, dass kein öffentliches Interesse vorliege und der Rechts- und Vertrauensschutz der Anwohner eindeutig vorgehe. Im Bebauungsplan, den der Gemeinderat 1998 beschlossen habe, sei die Rede von einem reinen Wohngebiet gewesen. Darauf hätten sich die Leute verlassen. Die Argumente der Stadt seien nicht überzeugend.

Zünglein an der Waage ist die SPD. Laut Stadtrat Ralf Fuhrmann bestehe noch Klärungsbedarf in drei Punkten: die Sicherung des Standorts Ludwigsplatz in Dillweißenstein – man traut den Versicherungen von Edeka nicht ganz. Auch will man die ermittelten Werte bezüglich Lärm und Verkehrsaufkommen abklopfen. Schließlich der Bedarf – immerhin kommt ein und dasselbe Institut innerhalb weniger Jahre erst zu dem Schluss, dass kein Bedarf nach einem fußläufig zu erreichenden Supermarkt bestehe. Und plötzlich die 180-Grad-Wende. Von der Klärung dieser Fragen machen Sozialdemokraten ihr Abstimmungsverhalten abhängig. Zumindest Stadtrat Jens Kück ist ein erbitterter Gegner der Bebauung.

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