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Gibt alles: Benjamin Nass hat seine Freude am Kinderschlagzeug. Foto: Eickhoff

Ausprobieren erlaubt: Jugendmusikschule öffnet ihre Türen für junge wie alte Besucher

Pforzheim. Saiten werden gezupft, Trommeln geschlagen, Tasten angestimmt und Trompeten geblasen: Das komplette Stockwerk der Jugendmusikschule stellt sich am Samstag im Rahmen ihres 60-jährigen Jubiläums als eine musikalische und vokale Wunderkammer dar.

Die Türen der Musikschule direkt an der Gernikabrücke stehen für Klein und Groß weit geöffnet und heißen sie dem Motto des Tages – „Musikschule zum Anfassen“ – entsprechend herzlich willkommen. Dabei wird die von Juni bis Juli laufende Klavier-Mitmach-Aktion „Spiel mich“ erfolgreich weitergeführt.

Alle Generationen vertreten

„Musik tut für die Menschen selbst und die ganze Gesellschaft gut“, sagt Schulleiter Andreas Michel und bestätigt damit die glänzenden Augen der Kleinen, als sie sich durch die verschiedenen Instrumente probieren und auch immer wieder für ihre Eltern den Musizierstuhl räumen. „Obwohl wir das Wort „Jugend“ im Namen unserer Schule tragen, sind unsere Türen für alle geöffnet. Wir haben unter unseren 1100 Musikschülern auch viele Erwachsene, wie einen 75-Jährigen Trompetenschüler oder Pforzheimer Studenten und Goldschmiedeschüler. Es ist die große Bandbreite an Instrumenten, Bands oder einem klassischen Orchester, die von 34 Lehrkräften getragen wird und sich dadurch von den Privatschulen abhebt.

Diese spezialisieren sich oft nur auf ein Segment. „Wir sind ein multikulturelles Haus, das viele Nationalitäten vereint, was sehr schön ist“, betont Michel. „So finden immer wieder Konzerte statt, wie letztens das Europakonzert, an dem jeder Schüler im Vorfeld ein Gedicht in seiner Landessprache vorgetragen hat.“ Der Schulleiter sieht die Musikschule als „kein geschlossenes System“ an. Sie ist für alle aus der Stadt sowie dem Enzkreis geöffnet. „Wir möchten den Zugang zur Musik leicht machen. Sie ist weitaus mehr als Töne in der Luft. Sie bewirkt einen sozialen Effekt.“ Michel ist überzeugt, dass Musik eine Kombination ist aus Bewegungsabläufen, Einfühlen und der Fähigkeit, Emotionales auszudrücken. „Durch sie wird die menschliche Entwicklung gesteigert und wird zu einer ganzheitlichen Übung an Schulen.“