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Symbolbild: Adobe Stock 

Ausrufung des Klimanotstands, Änderung der Wahlordnung? Das waren die Themen in der Sitzung des Jugendgemeinderats

Pforzheim. Sollte Pforzheim den Klimanotstand ausrufen? Braucht der Jugendgemeinderat (JGR) eine neue Wahlordnung? Und wie steht das Gremium eigentlich zu den Ornamenta-Plänen? Bei der letzten Sitzung dieses Jahres des JGR gab es einiges an Gesprächsstoff.

Rechtfertigt die Entwicklung des Klimas, den Notstand auszurufen – oder nicht? Diese Frage dominierte am Mittwochabend den Beginn der Sitzung des Jugendgemeinderats (JGR). Auslöser der Diskussion war ein gemeinsamer Antrag von Jonathan Rapp und Rico Edelmann, in dem sie die Stadt dazu auffordert, den Klimanotstand auszurufen und somit alle Entscheidungen auf ihre Klimabilanz hin zu überprüfen.

Dem Kurzvortrag von Lorenz Hornung, Sprecher von Fridays-for-Future Pforzheim, schloss sich eine hitzige Debatte an. „Dass man etwas tun muss, ist klar, aber ich habe mit dem Wort Notstand ein Problem“, erklärte der stellvertretende Präsidiumsvorsitzende Paul Günther und schlug stattdessen „Achtsamkeit“ vor. Adrian Lind ging noch weiter, ein Notstand sei „eindeutig nicht gegeben“ und sprach von „Panik ohne Grundlage“. Die Befürworter des Antrags waren jedoch in der Mehrheit. So erklärte Pascal Krüger, dass der JGR ein Zeichen setzen solle, denn „wir vertreten die Jugend und damit die Generation, die die Folgen des Klimawandels tragen muss“. Am Ende stimmten zehn Räte bei vier Nein-Stimmen und einer Enthaltung für den Antrag. Für die Gründung einer Arbeitsgruppe (AG) Nachhaltigkeit sprachen sich dagegen alle Räte aus, ebenso erfolgte der Beschluss, den Vorschlag Marvin Krügers für einen Trinkbrunnen am Hauptbahnhof von der Stadt prüfen zu lassen und in die neue AG zu verweisen, einstimmig.

Was eindeutig wurde: Die Jugend will die Ornamenta 2024 – zumindest sprach sich der JGR bei seiner Sitzung am Mittwochabend einstimmig dafür aus. Somit ist er das erste Gremium, das überhaupt abgestimmt hat. „Mit der Ornamenta können wir nach außen tragen, was wir schon wissen – dass Pforzheim viel Cooles zu bieten hat“, erklärte Rapp im Anschluss an die Präsentation zu dem geplanten internationalen Forum für Design, Wirtschaft und Kultur von seinem Ratskollegen Günther.

Dieser hob auch das Interesse an dem Projekt auf dem Campus hervor: „Ich habe noch nie erlebt, dass sich so viele Studenten für ein Thema begeistern lassen“, so Günther.

Hitzig ging es nach der Diskussion zum Klimanotstand auch gegen Ende der Sitzung nochmals zu. Auf Nachfrage von Edelmann, wie weit die AG Wahl- und Geschäftsordnung mit den vom Gremium anvisierten Neufassungen der JGR-Statute sei, erklärte Günther, dass das Präsidium entschieden habe, die Wahlordnung nicht zu ändern. Für Edelmann wie auch Lind nicht tragbar – beide sehen die in der aktuellen Fassung verankerten Kontingentplätze für die Schularten als „absolut undemokratisch“ und als Gegensatz zum Wahlprinzip der Gleichheit an.

Mehr über die Sitzung des Jugendgemeinderats lesen Sie am Freitag, 13. Dezember, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Jeanne Lutz

Jeanne Lutz

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