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insel © PZ-Archiv
22.07.2014

Ausschuss-Mehrheit lehnt Insel-Gemeinschaftsschule ab

Mit den vier Nein-Stimmen der CDU und der FDP-Fraktion sowie den zwei Enthaltungen der Fraktionsgemeinschaft (Freie Wähler, UB, LBBH) haben sich sowohl der Finanzausschuss als auch der Schulausschuss des Gemeinderats gegen das Ansinnen der Stadtverwaltung und der Insel-Werkrealschule selbst ausgesprochen, deren Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule zu beantragen. Für den Antrag hatten SPD, Grüne Liste und OB Gert Hager gestimmt.

Der Gemeinderat muss am kommenden Dienstag abschließend entscheiden. Die Gegner des Antrags begründeten ihre Ablehnung damit, dass die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule auf dem Insel-Campus nicht übers Knie gebrochen und nun "hoppla-hopp", so FDP- Stadträtin Monika Descharmes, durchgepeitscht werden solle. Die Befürworter hielten ihnen vor, ideologisch gegen die Gemeinschaftsschule zu sein.

OB Gert Hager und Sozialbürgermeisterin Monika Müller begründeten den Zeitpunkt der Antragsstellung mit engen Zeitabläufen im Gemeinderat und bis zur möglichen Einrichtung der Schule. Axel Glanz als Leiter der Insel-Werkrealschule warb für das Konzept der Gemeinschaftsschule, das anders als die anderen, aus dem vorletzten Jahrhundert stammenden Schultypen jeden einzelnen Schüler individuell berücksichtige, so Chancengleichheit schaffe und den Druck auf Schüler insgesamt verringere. Dieser sei so gewachsen, dass er Jugendliche im schlimmsten Fall in den Selbstmord treibe. Auch die geschäftsführende Schulleiterin der Grund-, Haupt- und Werkrealschulen, Claudia Becker, und Esad Esmer als Sprecher des Jugendgemeinderats warben vergebens um Zustimmung. Sprecher von SPD und Grüner Liste warnten davor, Pforzheim bei den Gemeinschaftsschulen zum weißen Fleck innerhalb Baden-Württembergs zu machen. Wer aus anderen Orten im Land nach Pforzheim ziehen wolle, dem sei es wohl wichtig, dass sein Kind dort weiterhin auf eine Gemeinschaftsschule gehen könne.