200710 Gestaltungsbeirat (15)
Der Austausch fand im CongressCentrum Pforzheim statt. 

Austausch über Weiterentwicklung des Gestaltungsbeirats: Verwaltung, Ratsmitglieder und Fachgremium machen mögliche Ansätze aus

Pforzheim.  In einem konstruktiven Austausch haben Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch, Bau- und Planungsdezernentin Sibylle Schüssler und die Mitglieder des Gestaltungsbeirats gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern fast aller Fraktionen und Gruppierungen des Gemeinderats Ideen und Vorschläge erarbeitet, wie der Beirat als Fachgremium seine Beratungstätigkeit künftig in einer weiterentwickelten Form wahrnehmen soll und kann. Das gab die Stadt in einer Pressemitteilung bekannt.

„Unser Ziel muss es sein, den Gestaltungsbeirat mit einem belastbaren Fundament auszustatten, damit er auch weiterhin in einem konstruktiven Dialog an der baulichen Weiterentwicklung unserer Stadt mitwirken kann“, fasst Peter Boch die Zielsetzung zusammen. „Die heute erarbeiteten Grundlagen sind aus meiner Sicht genau das, was wir als Stadt brauchen“, zeigt sich Boch mit dem Gespräch zufrieden. Er wünsche sich, dass die Verwaltung daraus einen Vorschlag für die politischen Gremien erarbeite, der eine möglichst breite Mehrheit im Gemeinderat erhalten werde.

Als mögliche Ansätze für eine Weiterentwicklung haben Verwaltung, Ratsmitglieder und Gestaltungsbeirat mehrere Felder ausgemacht: So soll die Transparenz der Beiratstätigkeit für Gemeinderat und Öffentlichkeit weiter gesteigert werden, indem Ortstermine unter Beteiligung des Gemeinderats ermöglicht und Sitzungen grundsätzlich öffentlich abgehalten werden. Zudem soll geprüft werden, ob die Zahl der jährlich stattfinden Sitzungen erhöht oder bei bereits vorgestellten Vorhaben durch geeignete digitale Formate ergänzt werden kann, um Abläufe im Entwicklungsprozess weiter zu beschleunigen. Ergänzend zu den Beratungssitzungen sollen Gestaltungsbeirat, Verwaltung und Gemeinderat ein- bis zweimal jährlich zu Vernetzungs- und Diskussionsrunden zusammenkommen, um sich regelmäßig über den Fortgang eingereichter Vorhaben und die Tätigkeit des Fachgremiums auszutauschen. Die Beratung durch den Gestaltungsbeirat behält ihren empfehlenden Charakter, in städtebaulich prägnanten Fällen soll künftig noch stärker auf das Beratungsangebot hingewiesen werden. Außerdem wird die Verwaltung prüfen, wie die Kriterien für eine Vorstellung im Gestaltungsbeirat transparenter dargestellt werden können. Vor einer Abstimmung im Gemeinderat im Herbst wollen Boch und Schüssler noch einmal des Gespräch mit den Gemeinderatsmitgliedern suchen.

„Für die bauliche Entwicklung unserer Stadt ist der Gestaltungsbeirat unverzichtbar. Damit er aber seine ihm zugedachte Rolle zum Nutzen der Stadt bestmöglich ausfüllen kann, braucht das Gremium, brauchen wir nicht nur die entsprechende politische Unterstützung, sondern eine Kultur der positiven Wahrnehmung“, so Sibylle Schüssler. „Zwar werben wir ohnehin schon immer bei Architekten und Bauherren dafür, das kostenlose Beratungsangebot möglichst früh im jeweiligen Projektverlauf zu nutzen. Das wollen wir künftig auch gegenüber der Öffentlichkeit noch stärker tun. Gleichzeitig müssen wir aber auch immer wieder die Freiwilligkeit herausstellen.“

Die aktuelle Satzung sieht vor, dass der Gestaltungsbeirat in der Regel vier fünfmal jährlich zusammentritt. Ziel des Gestaltungsbeirates ist es, Vorhaben, die aufgrund ihrer Größe, Lage und Bedeutung stadtbildprägend sind, zu beraten und zu begleiten. Durch die kostenlose Beratung durch qualifizierte, objektive und unbeeinflusste Fachleute soll gemeinsam mit Bauherren und Planverfassern eine optimale Lösung gefunden werden. 2009 eingerichtet, befördert der Gestaltungsbeirat seit nunmehr 10 Jahren den öffentlichen Diskurs zu Stadtbild und Baukultur in Pforzheim. Der Gestaltungsbeirat besteht aus fünf renommierten Expertinnen und Experten aus den Bereichen Architektur, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur. Seit Januar 2017 setzt sich der Gestaltungsbeirat zusammen aus: Professor Ludwig Wappner (Vorsitz, München/Karlsruhe), Professorin Dorothea Voitländer (stellv. Vorsitz, Dachau/Würzburg-Schweinfurt), Professorin Uta Stock-Gruber (Buch am Erlbach/Weihenstephan-Triesdorf), Christoph Felger (Berlin) und Henning Ehrhardt (Stuttgart). In ihrer aktuellen Form war die Tätigkeit des Gestaltungsbeirats im Januar 2020 vom Gemeinderat vorübergehend ausgesetzt worden.