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Lenkrad weg, Navi weg - auf BMW und Mercedes spezialisierte Autoknacker suchen seit längerem schon die Region um Pforzheim heim. 

Autoknacker-Bande erneut in Pforzheim aktiv: 5 Autos aufgebrochen

Pforzheim. Sie gönnen den Besitzern von BMW- und Mercedes-Fahrzeugen keine Ruhe. Schon wieder haben auf die bayerischen Nobelkarossen und neuerdings zunehmend auch auf Autos mit dem Stern auf der Kühlerhaube spezialisierte Autoknacker zugeschlagen. Einmal mehr traf es Pforzheim. Gleich aus fünf Fahrzeugen wurden Navis und Lenkräder fachgerecht entnommen, um wahrscheinlich demnächst in Osteuropa verkauft und eingebaut zu werden.

Die Unbekannten richteten einen Gesamtschaden in Höhe von rund 50.000 Euro an. In der Nacht zum Donnerstag brachen die Diebe in drei Fahrzeugen an der Sonnenbergstraße ein. Sie bauten dort an zwei Mercedes-C-Klassen die Navigationsgeräte samt Steuerungskomponenten aus. Aus einem 1er-BMW nahmen sie das Lenkrad mit Airbag mit. An der Bekstraße schlugen die Täter die Seitenscheiben zweier BMW ein. Sie entwendeten aus einem X5 das Navi mit Controller sowie das Multifunktionslenkrad und aus einem 3er-BMW Modell klauten sie das Airbag-Lenkrad.

Hinweise nimmt der Polizeiposten Büchenbronn unter Telefon (07231) 972894 entgegen.

In der gleichen Nacht waren Autoknacker in Kronau bei Bruchsal unterwegs – mit dem gleichen Ziel und der gleichen Professionalität. Sie haben ebenfalls Navigationsgeräte und Airbag-Lenkräder aus vier abgestellten BMW entwendet, nachdem sie zuvor eine Seitenscheibe eingeschlagen haben. Der Gesamtschaden wird hier mit etwa 25.000 Euro beziffert.

Die Woche fing aber auch schon übel an. In der Nacht zum Montag wurden drei BMW und ein Mercedes in Neulingen-Bauschlott Opfer der Autoknacker. In drei Fällen wurde ein Seitenfenster eingeschlagen, bei einem Auto konnten die Täter das Funksignal des Keyless-Go-Schlüsselsystems abfangen und zum gewaltlosen Öffnen der Autotür nutzen. Auch hier wurden fachgerecht die Navigationsgeräte ausgebaut. Vor rund sechs Wochen wurden im Mühlacker Wohngebiet Stöckach gleich auf einen Schlag sieben Fahrzeuge, die ins Beuteschema der spezialisierten und wohl bandenmäßig organisierten Autoknacker passen, aufgebrochen.

Die bevorzugt gestohlenen Navis wie auch die Lenkräder versilbert das organisierte Verbrechen vor allem auf osteuropäischen Märkten. Dabei wird das ein oder andere Beutestück der Autoknacker auch auf direkte Bestellung gestohlen. Dabei seien wohl mehrere unterschiedliche Banden am Werk, so eine Polizeisprecherin gegenüber PZ-news.

Ein bisschen Licht ins Dunkel dieser Autoknackerszene brachte ein Prozess zum Jahresanfang 2016 vor dem Schöffengericht in Pforzheim. Fünf Männern wurde vorgeworfen, im Zeitraum zwischen Dezember 2014 und Juli 2015 nicht nur in Pforzheim und im Enzkreis, sondern auch in benachbarten Land- und Stadtkreisen Lenkräder, Airbags und andere Autoteile aus Autos der Marken BMW und Mercedes entwendet zu haben. Nach neun Verhandlungstagen verurteilte der Vorsitzende Richter Andreas Heidrich im März 2016 drei der fünf Männer wegen Bandendiebstahls, schweren Diebstahls und gewerbsmäßiger Hehlerei zu mehrjährigen Haftstrafen. Zwei Bewährungsstrafen begründeten sich auf die Vorstrafenfreiheit der Männer.

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Autoknacker: Wer klaut wann und wie?

Immer wieder werden in der Region Autos aufgebrochen, die Lenkräder geklaut, Navigationsgeräte ausgebaut oder die Fahrzeuge verschwinden komplett. Erst vor rund sechs Wochen war das Mühlacker Wohngebiet Stöckach betroffen, als in einer Nacht gleich sieben Fahrzeuge aufgebrochen wurden. In Neulingen-Bauschlott waren es gerade in der Nacht auf den Montag vier BWM und ein Mercedes, aus denen die Navifationsgeräte gestohlen wurden.

Wer steckt hinter den Taten?

Laut Ralf Minet, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe, sind für die Autoaufbrüche in der gesamten Region meist osteuropäische Banden verantwortlich. „Das sind Profis, die genau wissen, was sie tun. Sie schlagen schnell und zielstrebig zu und bringen die Beute schnell außer Landes.“ Dort, so Minet, werde diese dann über Händler oder das Internet weiterverhökert.

Wo sind die Schwerpunkte?

Von konkreten Schwerpunkten zu sprechen, sei schwierig, sagt Minet. Denn die Banden zögen „heuschreckenartig“ durch die Lande und schlügen mal hier, mal dort zu. Anders als bei Wohnungseinbrüchen, bei denen die Zahl in den Herbst- und Wintermonaten besonders hoch sei, hätten die Autoknacker zudem das ganze Jahr über Konjunktur.

Welche Fahrzeuge sind betroffen?

Meistens handelt es sich um hochwertige Modelle der Marken BMW oder Mercedes.

Wie gehen die Diebe vor?

Zunächst werden Straßenzüge oder abgelegene Autohäuser ausgekundschaftet, dann wird – häufig in der Nacht – zugeschlagen. Wie Polizeisprecher Minet betont, seien die Täter in Gruppen unterwegs, einige stehen Wache, einige knacken die Autos und montieren Navigationsgeräte und Lenkräder ab. Wenn Scheiben eingeschlagen werden, geschieht dies meistens so, dass die Diebe diese vorher abdämmen, um weniger Lärm zu verursachen.

Weshalb versuchen die Banden nicht, die Autos zu klauen?

Auch dies kommt vor, jedoch seltener. Kleinteile lassen sich leichter ins Ausland schaffen, zudem können moderne Fahrzeuge nicht mehr ohne weiteres kurzgeschlossen werden. Es gibt jedoch auch Einbrecher, die es gezielt auf Fahrzeuge abgesehen haben. Diese brechen dazu in die Häuser ein, stehlen den Schlüssel und fahren mit dem Auto davon. Insbesondere Fahrzeuge, deren Wert im sechsstelligen Bereich liegt, seien von dieser Vorgehensweise betroffen.

Was ist zu tun, wenn man Täter ertappt?

Auf keinen Fall den Helden spielen, warnt Minet. Man wisse nie, wie aggressiv die Verbrecher seien, im schlimmsten Fall bestehe Lebensgefahr. Stattdessen solle man sofort die Polizei verständigen und – falls die Täter fliehen – möglichst genau beobachten, wie die Täter aussehen und wohin sie sich entfernen.

Wie ist die Aufklärungsquote?

Wie bei Einbruchsdelikten üblich, ist diese nicht hoch. Zwar versucht die Polizei mithilfe von Computerexperten insbesondere den Hintermännern, die die Ware verkaufen, auf die Schliche zu kommen. Doch dies gestaltet sich schwierig. „Dabei ist jeder Einbruch einer zu viel“, betont Minet. --- max