nach oben
17.06.2008

Autokorso fällt dieses Mal kleiner aus - Für einige Fans endet die Siegesfeier mit Anzeigen oder in der Ausnüchterungszelle

PFORZHEIM/MÜHLACKER/REMCHINGEN. Während die einen den 1:0-Sieg der deutschen Nationalkicker gegen Österreich bejubeln, müssen andere arbeiten und dafür sorgen, dass die Siegesfeier nicht im puren Chaos endet. So hatte denn die Polizei genug zu tun, obwohl der Autokorso in Pforzheim nicht so groß war wie nach dem Sieg gegen Polen. Einige Fans mussten eine Nacht in der Ausnüchterungszelle verbringen.

In einer Gaststätte im Pforzheimer Hauptbahnhof randalierten zehn Minuten nach Spielbeginn der zweiten Halbzeit acht Personen, indem sie Bierbecher an Wand und Decke warfen. Einsatzgruppen der Polizei und zwei Diensthundeführer sprachen die Personen an und verbrachten sie ins Freie. Nach Personalien-Feststellung erhielten sieben Personen einen Platzverweis. Zwei Personen wurden in Gewahrsam genommen und verbrachten die Nacht in einer Zelle.

Um 22.40 Uhr setzte sich ein Autokorso in der Pforzheimer Innenstadt mit etwa 400 Fahrzeugen und 1200 Teilnehmern in Bewegung. Auf dem Bahnhofsplatz versammelten sich rund 400 Personen. Die Polizei musste Verkehrsabsperrungen einrichten. In Mühlacker beteiligten sich an einem Autokorso 125 Fahrzeuge und 25 Motorräder bis 23.45 Uhr. Es nahmen rund 600 Personen daran teil.

In der Pforzheimer Innenstadt bewegte sich ein Fußmarsch aus etwa 600 Teilnehmern von der Zerrennerstraße zur Bleichstraße über die Rossbrücke zur Leopoldstraße zurück. Am Schlossberg hielten sich rund 200 Personen bis zu 30 Minuten nach Spielende auf und liefen dann in verschiedene Richtungen auseinander. Um 23.50 Uhr wurde die Kreuzung Goethe-/Zerrennerstraße von einer Gruppe von rund 40 Personen blockiert. Die Polizei verwies die Zuschauer auf den Gehweg-Bereich und räumte die Kreuzung. Um 1 Uhr war der Einsatz beendet.

Die Polizei musste acht Anzeigen wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und des Sprengstoffgesetzes fertigen. Sieben Personen wurden in Gewahrsam genommen.

Vielleicht war es die unsichere Witterung mit Regenwolken über Pforzheim und der Region, vielleicht die etwas kühleren Temperaturen – es schien, als ob beim Public Viewing im Freien weniger Fußball-Fans dem Erreichen des Viertelfinales bei der Fußball-EM entgegen fieberten. Dennoch: Im Gegensatz zur Pforzheimer Innenstadt war es im Biergarten des Enzauenparks wieder proppevoll. Über eine „Klasse-Stimmung“ freute sich Gastronom Frank Daudert, für den auch der private Rundfunksender „Antenne 1“ den ganzen Tag über Werbung machten, denn Pforzheim hatten sich Ostermann und Dani als Übertragungsort für ihre EM-Show ausgesucht. Rund 200 Zuschauer waren es am „Plage d’Or“ an der Stadtkirche, die den deutschen Sieg bejubelten. Mit an die 1000 Fußballanhängern war auch das Remchinger EM-Dorf in Wilferdingen gut besucht.