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Der stellvertretende Chefredakteur Marek Klimanski und Doris Möller-Espe, Geschäftsführerin des Kinderschutzbunds Pforzheim Enzkreis, werden die Podiumsdiskussion zum Buch „Papas Seele hat Schnupfen leiten.“Foto: Ketterl
Der stellvertretende Chefredakteur Marek Klimanski und Doris Möller-Espe, Geschäftsführerin des Kinderschutzbunds Pforzheim Enzkreis, werden die Podiumsdiskussion zum Buch „Papas Seele hat Schnupfen leiten.“Foto: Ketterl
29.12.2017

Autorenlesung im PZ-Forum: Ein Kinderbuch, das Hoffnung macht

Pforzheim. Der Zirkus – ein Ort , an dem alles bunt und fröhlich ist. Spaßige Clowns, bunte Farben, eine kleine Welt für sich. Die kleine Nele gehört zur Familie der besten Seilartisten Deutschlands und ihr Papa mittendrin – bis seine Seele plötzlich Schnupfen bekommt. Warum ist Papa so traurig?, fragt sich Nele. Wie es ist, wenn Eltern an Depressionen leiden? Dazu hat Autorin Claudia Gliemann ein Bilderbuch für Kinder geschrieben. Es handelt von Nele und veranschaulicht das schwierige Thema durch kindgerechte Illustrationen von Nadia Faichney.

„Papas Seele hat Schnupfen“ erhielt in den letzten Jahren einige Preise und Auszeichnungen. Bereits 2015 wurde das 2014 erschienene Buch von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur zum Kinderbuch des Monats April gekürt und zählt zudem zu den „Schönsten Büchern des Jahres 2015“.

Gliemann schildert in ihrer Geschichte das innere Erleben von Kindern psychisch kranker Eltern und erzählt am Beispiel von Nele, wie Kinder mit solch einer Situation umgehen können. „Ihr seid nicht allein“, ist der Grundsatz, den sie den Kindern mitgeben möchte, denn allein in Deutschland gebe es zwei bis vier Millionen Kinder, die psychisch kranke Eltern haben.

Musikalische Lesung

Der Kinderschutzbund Pforzheim Enzkreis greift in Kooperation mit der „Pforzheimer Zeitung“ im PZ-Forum das Thema im Rahmen einer musikalischen Lesung mit der Autorin und einer anschließenden Podiumsdiskussion auf. „Ich bringe meine Gitarre mit und werde auch singen“, verrät Gliemann. Doris Möller-Espe, Diplompädagogin sowie Geschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbunds Pforzheim Enzkreis, wird die Podiumsdiskussion zusammen mit dem stellvertretenden Chefredakteur Marek Klimanski leiten, bei der auch Fachkräfte weiterer Institutionen vertreten sein werden.

Darunter Jochen Stephan von der Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Eutingen, Ingeborg Hartmann vom Jugend-und Sozialamt und Tim Wundschuh von der Bereichsleitung „Kiste“ des Kinderschutzbunds. Zudem wird auch ein Betroffener vor Ort sein. Da auch Oberbürgermeister Peter Boch einen Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Familienfreundlichkeit der Stadt legt, steht der Nachmittag unter seiner Schirmherrschaft. Außerdem wird Carola Pigisch, städtische Beauftragte für Familienfreundlichkeit, ein kurzes Grußwort sprechen. „Die Kinder psychisch kranker Eltern funktionieren nur noch teilweise“, so Möller-Espe. „Sie versuchen oft, die Familie noch am Laufen zu halten“, was aber nicht in ihrer Verantwortung liege.

„Ein willkommener Türöffner“

Wichtig sei, dass die Eltern mit den Kindern über ihre Erkrankung reden können. Sonst könnten Kinder die Situation nach dem Motto: „Ich hab eine Fünf in Mathe und jetzt weint Mama wieder den ganzen Tag“, missverstehen, erklärt Möller-Espe. „Kinder, die früher betroffen waren und jetzt schon älter sind, erzählen mir, dass es während dieser Zeit die größte Belastung war, nicht darüber reden zu können“, schildert Gliemann.

Betroffene könne man stärken, indem man ihnen eine verlässliche Bezugsperson an die Hand gibt. Gliemann rät: „Lehrer und Erzieher sollten offen und unbefangen mit den Schülern reden, Fragen stellen und zuhören.“

Zum Buch gibt es ebenfalls eine CD mit musikalischer Untermalung und ein Schulkonzeptbuch, Materialien, die sich sehr gut zum Arbeiten mit Kindern eignen. Die Veröffentlichung des Buchs sei ein willkommener Türöffner gewesen, so Gliemann: „Menschen, die ich kannte, haben plötzlich Geschichten erzählt, die ich nicht kannte.“

Die Autorenlesung mit anschließender Podiumsdiskussion findet am Donnerstag, 25. Januar um 15 Uhr im PZ-Forum statt. Anmeldung per E-Mail an verlag@pz-news.de oder telefonisch unter (0 72 31) 93 31 25