nach oben
Die Ebersteinstraße ist eine beliebte Abkürzung in Richtung 

Heinrich-Wieland-Allee: Hier wird oft zu schnell über den Schweller auf der 

Spielstraße gefahren.
Die Ebersteinstraße ist eine beliebte Abkürzung in Richtung Heinrich-Wieland-Allee: Hier wird oft zu schnell über den Schweller auf der Spielstraße gefahren. © Ketterl
01.06.2011

Autos schanzen mit Karacho über Spielstraße

Ein Aufreger vereint die beiden Bürgervereine in der Nordstadt und Anlieger der Ebersteinstraße: das zu schnelle Fahren im verkehrsberuhigten Bereich.„Wir haben Autofahrer beobachtet, die mit weit erhöhtem Tempo in die Spielstraße der Ebersteinstraße gerast sind, um über den kleinen verbliebenen Schweller zu schanzen“, sagt Manfred Haas von der Anwohnerinitiative Nordstadt (AIN), dem Bürgerverein für die Nordstadt und Pforzheim.

„Vor einigen Tagen wurde ein Mädchen, das mit seinem Roller umgefallen war, beinahe angefahren“, sagt Haas.

Auch Regine Hahn, Vorsitzende des ersten Bürgervereins in der Nordstadt, beklagt das zu schnelle Fahren im Stadtteil, das Falschparken und die zunehmende Verschmutzung. „Wären mehr Kontrollen, dann würde sich einiges verbessern“, sagt sie. Aber der Verein bekomme beim Schildern der Missstände bei der Polizei und dem Ordnungsamt immer wieder zu hören, dass das Personal und die Gelder für solche Kontrollen fehlten. „Dabei könnten sich die zusätzlichen Kontrolleure durch die Bußgelder, die sie einnehmen, selber finanzieren“, glaubt Hahn.

Wolfgang Raff, Leiter des Ordnungsamtes, erklärt, dass Geschwindigkeitskontrollen an 120 Messpunkten in Pforzheim stattfänden. Es dauere eine Weile bis in der Nordstadt gemessen werde. „Bei früheren Messungen hat es keine besonderen Ausreißer gegeben, und die Zahl der Übertretungen liegt im Durchschnitt der anderen Spielstraßen“, sagt Raff.

Ärger wegen einer Schwelle hat in Pforzheim sogar schon einmal das Gericht beschäftigt. Auf 10 000 Euro Zahnbehandlungskosten und 5000 Euro Schmerzensgeld hat eine 19-Jährige im Jahr 2010 die Stadt verklagt. Die junge Frau war mit dem Fahrrad an einer Schwelle vor der Ottersteinschule am 8. August 2009 gestürzt. Ihr Anwalt Andreas Bittighofer sah eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht, weil ohne Hinweisschild die Schwelle in der Dunkelheit schlecht zu sehen sei. Das Gericht sah aber die Schlaglöcher oberhalb der Straße für gefährlicher als die Schwelle an,gab der Stadt recht und wies die Klage ab. Darauf verzichtete der Anwalt, in die Berufung zu gehen.

Leserkommentare (0)