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Bei der Arbeit an Getrieben kommt es insbesondere auf die Präzision an.Türschmann
Bei der Arbeit an Getrieben kommt es insbesondere auf die Präzision an.Türschmann
24.04.2015

Azubi des Monats April: Peter Metzler arbeitet bei Stöber und bei der Feuerwehr

Peter Metzler absolviert eine Ausbildung zum Industriemechaniker bei der Firma Stöber Antriebstechnik in Pforzheim. Der 19-Jährige ist kein gewöhnlicher Azubi, denn sein ständiger Begleiter ist ein Feuerwehr-Pager: Auf Abruf lässt er dieArbeit stehen und liegen und gehtLebenretten.

In Extremsituationen einen kühlen Kopf bewahren, handwerkliches Geschick beweisen und natürlich Teamgeist zeigen – all diese Eigenschaften bringt Peter Metzler mit. Seit er acht Jahre alt ist, gehört der fast zwei Meter große junge Mann der Freiwilligen Feuerwehr in Niefern-Öschelbronn an. Seitdem hat er auf zahlreichen Feuerwehr-Einsätzen jede Menge Erfahrungen sammeln können – und die sind ihm auch in seiner Ausbildung von großem Nutzen: „Peter ist ein sehr engagierter junger Mitarbeiter, sowohl im Privatleben als auch in der Firma. Und darauf legen wir bei Stöber wert“, erklärt Hartmut Peichl, Peters Ausbilder. Dabei ist es für das Unternehmen alles andere als ein Problem, dass Peter hin und wieder auf Einsätze muss. „Das nehmen wir gerne in Kauf.“ Durch die Tätigkeit bei der Feuerwehr bringe Peter nämlich wichtige Fähigkeiten mit in das Unternehmen: technische Kompetenz, Teamfähigkeit und soziales Engagement.

„Er ist stets zuverlässig und immer hilfsbereit, er unterstützt seine Kollegen. Egal, ob es dabei um berufliche oder persönliche Dinge geht“, führt Peichl weiter aus. Deshalb war es für den Peter selbstverständlich, dass er sich auch in seiner Firma über das übliche Maß hinaus einbringt: und zwar als Brandschutzhelfer. Sobald bei Stöber einmal der Brandmeldealarm losgeht – was in einer großen Firma mit insgesamt vier Produktionshallen durchaus einmal passieren kann – ist er zur Stelle. Er sorgt dann dafür, dass seine Kollegen geregelt und sicher das Gebäude verlassen. Bei solchen Alarmen ging bislang alles glimpflich aus – anders als im echten Leben. Einmal wurde Peter durch seinen Feuerwehr-Pager zu einem Verkehrsunfall gerufen, der tödlich endete. „Damit musste ich mich eben auseinandersetzen und versuchen, mit den Geschehnissen klarzukommen“, erzählt er. So traurig oder niederschmetternd manche Erfahrungen auch sein mögen – letztendlich weiß Peter damit umzugehen.

Mittlerweile ist der 19-Jährige im dritten Lehrjahr – und damit schon fast fertig mit der Ausbildung zum Industriemechaniker. Eigentlich dauert die Lehre dreieinhalb Jahre, aufgrund seiner guten Leistungen in der Berufsschule und im Betrieb hat Peter von seinen Ausbildern aber die Möglichkeit erhalten, seine Lehre um ein halbes Jahr zu verkürzen. „Gerade weil ich in meiner Freizeit auch für die Wartung der Feuerwehrgeräte zuständig bin, gefällt mir auch hier bei Stöber die Arbeit an den richtig großen Maschinen sehr gut“, erklärt Peter. Mindestens genauso gut liegt ihm aber die Feinarbeit und das Tüfteln an Getrieben, die das Pforzheimer Unternehmen produziert.

Vielseitige Ausbildung in allen Abteilungen

Die Anfänge hat Peter vor drei Jahren in der Azubi-Werkstatt gemacht, wo er Grundfertigkeiten wie Bohren, Drehen und Fräsen gelernt hat. Anschließend ging es für ihn zu den CNC-Fräßmaschinen, wo Peter das Programmieren der computergesteuerten Fräsen und das Erstellen von Animationen lernte. Ungefähr nach der Hälfte der Ausbildungszeit folgte dann bereits der erste Teil der Abschlussprüfung, wofür sich Peter in Theorie und Praxis vorbereiten musste. Nach der Prüfungsphase ging es in den 14-monatigen Abteilungsdurchlauf, bei dem Peter all jene Abteilungen kennenlernte, die für seine Ausbildung wichtig sind.

Zum Ende seiner Lehre befindet er sich nun in der Reparatur-Abteilung, wo er für Kundenwünsche zuständig ist: „Wenn ein Getriebe defekt ist, bringe ich es wieder zum Laufen“, beschreibt der Azubi seine Tätigkeit. Dort wird es für ihn nach seiner Ausbildung auch weitergehen, denn die Übernahme wurde Peter bereits vor Beginn seiner Ausbildung von der Firma Stöber zugesichert. „Wir übernehmen alle Auszubildenden für mindestens ein Jahr“, erklärt Hartmut Peichl.

Bei der Firma Stöber warten auf den 19-jährigen Öschelbronner nach der Ausbildung viele interessante Aufgaben für die unterschiedlichsten Kunden. Die Antriebstechniken von

Stöber sind an Fließbändern und Maschinen auf der ganzen Welt im Einsatz. Verwendet werden diese aber auch bei Abfüllanlagen namhafter Getränkehersteller oder bei der Produktion von Chipsrollen, welche in einem aufwendigen Verfahren aus Pappe gewickelt werden.

Auszubildende als Schutzengel

Von insgesamt 550 Mitarbeitern der Firma Stöber gibt es rund 40 Auszubildende in unterschiedlichsten Bereichen. Neben der klassischen Ausbildung engagieren sich alle Azubis auch

beim Schutzengel-Projekt der Polizei, wo die jungen Lehrlinge über Sicherheit im Straßenverkehr informiert werden. Zusätzlich ist auch die Mitarbeit in der Pforzheimer Vesperkirche seit fünf Jahren fester Bestandteil der Ausbildung. Bei einem jährlichen Ausflug zu einem der Kunden wird den Azubis auch gezeigt, wie die Antriebe und Getriebe im Einsatz verwendet werden. Die Auszubildenden bei Stöber arbeiten 35 Stunden in der Woche und können sich die Arbeitszeit selbst einteilen. „Das hat große Vorteile, da man sich seine Arbeit so einteilen kann“, sagt Peter Metzler.