nach oben
Tamara Lehrer (Mitte) wird für ihre offene und freundliche Art auf der Arbeit geliebt. Ursula Weckel und Mafrend Leutz verbringen gerne Zeit mit der 27-jährigen Mutter.  © Nina Giesecke
28.04.2017

Azubi des Monats April: Tamara Lehrer - Powerfrau mit großem Willen

"Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“: nach diesem Motto lebt Tamara Lehrer. Und kein anderer Satz könnte ihr Leben besser beschreiben, denn die 27-jährige Pforzheimerin hat schon einiges mitgemacht. Mit 21 wurde sie zum ersten Mal Mutter. Ihr zweites Kind kam drei Jahre später auf die Welt – ihre berufliche Laufbahn blieb auf der Strecke. Und dann scheiterte auch noch die Ehe mit ihrem Mann.

„Jetzt erst Recht“, dachte sich Tamara und bewarb sich für eine Ausbildung als Alltagsbetreuerin beim ambulanten Pflegedienst „zuHause“ in Pforzheim. Erfahrungen in diesem Bereich hatte die ehemalige Enzbergerin zuvor in verschiedenen Praktika sowie in ihrem privaten Umfeld gesammelt. Denn nachdem sie die Hauptschule beendet hatte, erkrankte ihr Vater schwer. Sie war für ihn da, pflegte und unterstützte ihn, wo sie nur konnte. „Ich hätte anfangs nie gedacht, dass ich irgendwann mal in der Pflege arbeite“, erinnert sie sich. „Doch diese Zeit hat mich geprägt.“

Tamara Lehrer ist "Azubi des Monats" im April

Auf ihre Jugend- und Schulzeit ist die 27-Jährige überhaupt nicht stolz. Da sei alles andere wichtiger gewesen, als das Lernen. Doch das ist längst Vergangenheit. Heute weiß Tamara, worauf es im Leben ankommt. Während ihrer zweijährigen Ausbildung besucht die zweifache Mutter die Else-Mayer-Schule in Pforzheim. „Meine schlechteste Note war bisher eine 2,8“, berichtet sie stolz.

Auch in der Praxis macht die Auszubildende eine gute Figur. „Tamara ist ein ganz höflicher und freundlicher Mensch, der sein Leben auf den richtigen Weg bringen will. Und dieses Ziel verfolgt sie mit großem Engagement“, sagt die Inhaberin des Pflegedienstes „zuHause“, Barbara Weise, über die 27-Jährige. Nicht nur ihre Chefin ist zufrieden, auch die Menschen, die sie betreut, sind von der jungen Mutter begeistert. „Ich verbringe gerne Zeit mit Tamara. Sie ist immer gut gelaunt und sehr zuvorkommend – sie macht einen tollen Job“, erzählt Manfred Leutz, der am liebsten „Mensch ärgere dich nicht“ mit der 27-Jährigen spielt. 

Vollzeitjob „Mama“

Nach der Arbeit hat die junge Mutter nur wenig Zeit für sich selbst. Nachdem sie ihren sechsjährigen Sohn Kaan Leon vom Kindergarten abgeholt hat, wartet der Haushalt auf sie – Kochen und Putzen stehen auf dem Plan. Natürlich darf auch das Spielen mit ihrem Sohn nicht zu kurz kommen. Tamaras dreijährige Tochter Alisha Laura wohnt derweil bei ihrem Vater.

Bildergalerie: Tamara Lehrer ist "Azubi des Monats" im April

Einmal im Monat hat die 27-Jährige am Wochenende „kinderfrei“. Doch Lust auf Party hat die Auszubildende schon längst nicht mehr. Viel lieber genießt sie die Zeit auf der Couch bei einem spannenden Film und gutem Essen. Am liebsten natürlich mit ihrem neuen Freund, der sie in allen Lebenslagen unterstützt. „Ohne ihn wäre das alles nicht machbar – er ist immer für mich da“, sagt sie. Und Tamara hat sich bereits ein weiteres Ziel gesteckt: „Ich will unbedingt endlich den Führerschein machen“.

Drei Fragen an Barbara Weise, Inhaberin des ambulanten Pflegedienstes „zuHause“

1. Was macht man als Alltagsbetreuerin?

In unserem Betrieb unterstützt ein Alltagsbetreuer andere Menschen durch Haushaltstätigkeiten aller Art. Er geht mit ihnen einkaufen, begleitet sie zum Arzt oder übernimmt sogar leichtere Pflegetätigkeiten.

2. Welche schulischen Voraussetzungen werden für die Ausbildung benötigt?
Für die zweijährige Ausbildung zum Alltagsbetreuer benötigt man keine schulische Vorbildung. Durch den Abschluss „Alltagsbetreuer“ erwerben die Azubis automatisch den Hauptschulabschluss. Anschließend können sie sich auf verschiedenen Wegen weiterbilden, zum Beispiel zur Altenpflegerin, zur Krankenschwester oder zur Arzthelferin.

3. Welche Eigenschaften sollte eine gute Alltagsbetreuerin mitbringen?

Ein guter Azubi sollte vor allem eines sein: verlässlich. Das ist eigentlich das A und das O. Mit allem anderen kann man umgehen, aber wir haben in unserem Beruf mit alten Menschen zu tun, die auf einen warten. Für sie muss man da sein, pünktlich und verlässlich. Außerdem sollte man ihnen gegenüber Respekt zeigen.

Du willst auch Azubi des Monats werden?

Bitte sende Deine Bewerbung per E-Mail an internet@pz-news.de oder per Post an „Pforzheimer Zeitung, Poststraße 5, 75173 Pforzheim, Stichwort „Azubi des Monats“.

Wenn Du noch nicht 18 Jahre alt bist, benötigst Du das Einverständnis Deiner Eltern, um an der Aktion teilzunehmen. Wie geht’s weiter?

Wenn Du ausgewählt wirst, kommen die Redakteure oder Volontäre der PZ Dich an Deinem Arbeitsplatz besuchen. Dort sammeln sie Eindrücke von Deiner Arbeit und Deiner Persönlichkeit, sprechen mit Deinen Ausbildern, schießen Fotos und drehen ein kurzes Video von Dir. Anschließend erscheint eine ganze Seite in der PZ mit Deinem Porträt, im Internet auf www.pz-news.de gibt es eine Bildergalerie von Dir und den Kurzfilm über Dich zu sehen. Am Ende des Jahres wählen die PZ-Leser schließlich ihren Favoriten zum „Azubi des Jahres“ – vielleicht ja Dich?