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Marcel Cancar erfüllt an der Aral-Tankstelle auf der Wilferdinger Höhe die Wünsche seiner Kunden. Foto: Türschmann
Marcel Cancar erfüllt an der Aral-Tankstelle auf der Wilferdinger Höhe die Wünsche seiner Kunden. Foto: Türschmann
13.11.2015

Azubi des Monats Oktober: Mit Hilfsbereitschaft zum Erfolg

Marcel Cancar absolviert eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann bei der Aral-Tankstelle auf der Wilferdinger Höhe. Was zunächst gewöhnlich klingt, ist bei dem 22-Jährigen allerdings das genaue Gegenteil – denn die Arbeit an der Tankstelle ist alles andere als normal und langweilig.

„Der Kunde ist König“ – so lautet Marcel Cancars Grundsatz. Dass der Kunde alles bekommt, was er möchte, hat in seinem Job oberste Priorität. Dafür hilft der 22-Jährige gerne auch mal einem älteren Ehepaar dabei, die Rücklichter seines Autos auszutauschen – obwohl das eigentlich gar nicht zu Marcels Aufgaben als Einzelhandelskaufmann in der Aral-Tankstelle an der Karlsruher Straße in Pforzheim gehört.

Eigentlich ist der Hobby-DJ, der in seiner Freizeit gerne Techno-Musik hört, im Verkauf und in der Warenbeschaffung tätig. Doch „dem Ehepaar habe ich trotzdem gerne geholfen. Besonders schön war für mich, wie sehr sich die beiden über meine Hilfe gefreut haben.“ So sehr, dass Marcel nach getaner Arbeit sogar ein kleines Trinkgeld für seine Dienste erhalten hat.

Diese Einstellung zieht sich durch die gesamte berufliche Laufbahn des jungen Pforzheimers. Nach seinem freiwilligen sozialen Jahr, das er beim ASB im Pflegedienst absolviert hat, jobbte Marcel einige Zeit an der Tankstelle auf der Wilferdinger Höhe. Schließlich fand er einen solchen Gefallen daran, die Kunden zu bedienen, jeden Tag andere Menschen zu treffen, ihnen eine Freude zu bereiten und interessante Gespräche zu führen, dass er sich für eine Ausbildung bei der Tankstelle entschieden hat. Mit den wechselnden Arbeitszeiten hat Marcel kein Problem, wobei er als Azubi auch keine Nachtschichten übernehmen muss.

Hoher Abschluss ermöglicht verkürzte Ausbildung

Eigentlich ist Marcel mit seiner Fachhochschulreife, die er am Kepler-Gymnasium in Pforzheim absolvierte, für den Beruf des Einzelhandelskaufmanns überqualifiziert – aber Marcel verkürzt seine Ausbildungszeit von regulären drei auf nur zwei Jahre – und zudem will der 22-Jährige nach seiner Lehrzeit noch hoch hinaus. „Wahrscheinlich mache ich nach Abschluss meiner Ausbildung einen Betriebswirt“, erklärt er mit funkelnden Augen. Zurzeit ist Marcel auf der Ludwig-Erhard-Schule in Pforzheim, welche er an zwei Tagen in der Woche besucht. „Und danach wäre es toll, ein ,Future Hero‘ bei Aral zu werden“.

Dabei handelt es sich um ein Ausbildungsprogramm des Mineralölkonzerns für künftige Tankstellen-Pächter, beschreibt Marcels Chefin, Kirstin Preuß. Die Aral AG ist teil des weltweit drittgrößten Mineralöl-Konzerns „BP“ und betreibt das größte Tankstellennetz in Deutschland. Kirstin Preuß hat gemeinsam mit ihrem Mann Jürgen zwei Aral-Tankstellen in Pforzheim gepachtet und beschäftigt insgesamt 20 Mitarbeiter. Marcel ist einer von drei Azubis – und zwar ein ganz besonderer: „Er macht sich wirklich gut, ist engagiert, arbeitet selbstständig und ist immer freundlich und hilfsbereit. Das schätzen wir sehr“, sagt Preuß über ihren Schützling. „Diese Eigenschaften sind besonders in den Hauptverkehrszeiten wichtig“, so die Pächterin weiter. „Denn morgens und am frühen Abend, wenn der Berufsverkehr so richtig im Gange ist, herrscht hier Hochbetrieb“. Dann stehen Kaffee, belegte Brötchen und alkoholfreie Getränke besonders hoch im Kurs. Durch die prominente Lage in unmittelbarer Nähe zur Autobahn „geht im Berufsverkehr richtig die Post ab“, bestätigt Marcel.

Kfz-Mechaniker auf Abruf

Dann kommt es auch immer wieder vor, dass die Tankstellen-Kunden Anliegen haben, die weit über einen Wurst-Weck und ein dampfendes Heißgetränk hinausgehen. Für Marcel ist das kein Problem, denn der junge Pforzheimer ist auch bei technischen Fragen rund ums Auto sehr versiert. So kommt es vor, dass er den Kunden nicht nur bei der Auswahl des richtigen Motoröls hilft, sondern kurzerhand auch mal die Motorhaube des Kundenfahrzeugs öffnet, um beim Nachfüllen behilflich zu sein. Die Zeiten, in welchen man an der Tankstelle noch Kleinreparaturen durchführen konnte, sind allerdings vorbei, wie Marcel erklärt: „Wenn jemand ein defektes Xenon-Leuchtmittel hat, können wir schon nicht mehr helfen.“ Das komme zwar selten vor, zeige aber gut, dass die moderne Technik nicht immer sofortige Reparaturen zulässt. Dennoch ist sein Chef Jürgen Preuß von Marcels Kenntnissen begeistert: „Man könnte fast sagen, dass unser Azubi die Grundkenntnisse eines Kfz-Mechanikers hat.