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Tempo 70 ist auf der B10 bei Pforzheim-Eutingen ist erlaubt. Ein 17-Jähriger ohne Führerschein raste dort mit doppelter Geschwindigkeit durch eine Laser-Kontrolle der Polizei.
Tempo 70 ist auf der B10 bei Pforzheim-Eutingen ist erlaubt. Ein 17-Jähriger ohne Führerschein raste dort mit doppelter Geschwindigkeit durch eine Laser-Kontrolle der Polizei. © Symbolbild: dpa
19.01.2015

BMW ausgeliehen: 17-Jähriger rast mit kleinem Bruder in Laserkontrolle

Pforzheim. „Begleitetes Fahren ab 17“ heißt nicht, dass es für den 17-jährigen Fahrer reicht, wenn sein 14-jähriger Bruder neben ihm im Auto sitzt. Und ein Tempo-70-Schild am Straßenrand verweist nicht auf eine Mindestgeschwindigkeit, die man überschreiten muss.

Weil ein Jugendlicher zwar schon ordentlich Gas geben konnte, aber von Verkehrsregeln keine Ahnung zu haben scheint, musste die Polizei am Sonntagmittag in Pforzheim-Eutingen eingreifen. Und die Beamten erlebten eine Überraschung.

Mit 138 Stundenkilometern statt vorgeschriebenem Tempo 70 raste ein über 300 PS starker BMW am Sonntag kurz vor 14 Uhr durch die Laser-Messstelle des Pforzheimer Verkehrskommissariats Pforzheim an der B10 im Bereich der Enzbrücke. Als die Beamten den Tiefflug des BMW in Eutingen jäh stoppten, gerieten sie bald ins Staunen. Ohne Wissen seiner Eltern hatte sich der 17-Jährige den BMW ausgeliehen und mit seinem 14 Jahre alten Bruder eine denkwürdige Spritztour unternommen.

Die Beamten staunten nicht schlecht, als der junge Mann statt eines Führerscheins eine Prüfbescheinigung zum „Begleiteten Fahren ab 17 Jahre“ vorlegte, die er erst wenige Tage zuvor erhalten hatte. Allerdings war die vorgeschriebene Begleitperson nicht im Fahrzeug und konnte auch nicht durch den mitfahrenden kleinen Bruder ersetzt werden.

Neben dem zu erwartenden Ärger mit seinen Eltern sieht der Bußgeldkatalog eine Geldstrafe von 440 Euro, zwei Monate Fahrverbot und zwei Punkte vor. Da die notwendige Begleitperson nicht dabei war, werden nochmals ein Bußgeld von 70 Euro und ein weiterer Punkt fällig. Zudem muss der Verkehrssünder mit einer Verlängerung seiner Probezeit um zwei Jahre, erheblichen Kosten für eine Nachschulung sowie einer möglichen späteren Erlangung seiner Fahrerlaubnis rechnen.

Ein Luxemburger war unmittelbar später mit seinem Alfa Romeo mit 118 Stundenkilometern durch die Kontrolle gefahren, weshalb er erst nach der Bezahlung einer Sicherheitsleistung von 435 Euro seine Fahrt fortsetzen konnte.