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Dr. Motte bei seinem Auftritt im Prestige Club in Baden-Baden.
Dr. Motte bei seinem Auftritt im Prestige Club Baden-Baden © Carsten Cierniak
Dr. Motte bei seinem Auftritt im Prestige Club in Baden-Baden.
Dr. Motte bei seinem Auftritt im Prestige Club Baden-Baden © Carsten Cierniak
Dr. Motte bei seinem Auftritt im Prestige Club in Baden-Baden.
Dr. Motte bei seinem Auftritt im Prestige Club Baden-Baden © Carsten Cierniak
16.09.2012

Baden Rave: eine Ära kehrt zurück

Vor allem ältere Generationen werden sich an einen TV-Regionalsender erinnern, der vor mehr als zehn Jahren über Geschehnisse in Baden-Württemberg berichtete, und neben dubiosen Highlights wie Horoskopsendungen oder der Live-Übertragung der Show des Kult-DJs Charly 2000 eine Legende erschaffen hat: den Baden Rave! Wer wehmütig an vergangene Techno-Partys der Superlative zurückdenkt, sollte damit gleich wieder aufhören und sich auf die Zukunft freuen: Der Baden Rave erlebt eine Fortsetzung; und das in Pforzheim. Und niemand geringerer als Loveparade-Papa Dr. Motte wird die neue Ära einleiten!

 

Szenekenner erinnern sich: Jeden ersten Samstag im Monat kamen hunderte Raver und Raverinnen in das „Studio 8“ nach Ludwigsburg bei Stuttgart. Angesagte DJs versorgten das Partyvolk mit dem Besten, was die elektronische Musik zu bieten hatte. Und wer es nicht nach Ludwigsburg schaffte, der konnte die Party live im Fernsehen verfolgen.

Jetzt holen die Veranstalter Partyersatzamt den Baden Rave nach Pforzheim. Am 3. November 2012 wird DJ-Urgestein Dr. Motte den einmaligen Flair der Rave Party in den Pforzheimer Flash Club wieder auf erleben lassen. Er ist der erste Künstler in der Eventreihe, die regelmäßig im Flash stattfinden wird. Es folgen weitere Top Acts wie lautleise und Boogie Pimps.

Bereits vorab war PZ-news live in Baden-Baden im Prestige Club und traf Dr. Motte auf der dortigen Aftershow Party des SWR 3 New Pop Festival. Dem Vater der Loveparade ist der „alte“ Baden Rave ein Begriff, hat er doch selbst auf den legendären Partys aufgelegt.

„Es ist lange her“, sagt er. „ich war auf so vielen Veranstaltungen. Ich habe eine Grundeinstellung: alle glücklich zu machen, egal wo. Das war damals gut und ist auch heute gut.“

Kaum ein Mensch hat die Technoszene so entscheidend geprägt und verändert, wie Dr. Motte. Er ist Phantast und Visionär, Botschafter der elektronischen Musik weltweit. Sein Sound ist anspruchsvoll, energiegeladen und vielschichtig. Mitreißende Club-Groves verbindet er mit treibenden Techno-Beats und macht somit den musikalischen Underground zugänglich für ein weites Publikum. Auch im Pforzheimer Club Salt&Pepper hat der DJ bereits aufgelegt. Nun kehrt Dr. Motte in die Goldstadt zurück, um das Feeling des Mottos „Friede, Freude, Eierkuchen“ unters Pforzheimer Volk zu bringen.

„Ich sehe mich als Künstler. Leute mögen, wenn ich auflege“, sagt er. „Wenn sie mich erwarten und ihre Vorbehalte, ihre Vorstellungen und ihre Wünsche zu Hause lassen, entsteht Platz für neue Möglichkeiten. Und das gilt für das ganze Leben.“

Aber wird Dr. Motto noch lange in Clubs auflegen können? Wie kein Zweiter ist das Techno-Urgestein für seinen Kampf gegen die GEMA-Reform der Gebühren bekannt. Er warnt davor, dass die neuen Tarife ab 2013 nicht nur die Existenz von Clubs und Diskotheken bedrohen und eine Million Arbeitsplätze wegfallen würden, sondern dass die deutsche Musikkultur im Allgemeinen vor dem Ende stehen könnte.

„Die GEMA ist ein Leichengräber“, sagt Dr. Motte. „Bei 25 % Erhöhung samt Zulagen entsteht für einen Club eine gigantische Summe, mindestens das Vierfache an der bisherigen Gebührenabgabe.“

Als Beispiel nennt der DJ den Berliner Club „Schwuz“, der nach der Reform statt einer jährlichen Zahlung von 11.000 Euro nun 75.000 Euro zahlen müsste.

Mit Beteiligung an Aktionen wie einer Online-Pedition gegen die GEMA-Reform, bei der bereits 280 000 Stimmen gesammelt wurden, und einem Demonstrationstag am 6. September 2012 in verschiedenen Städten wie Leipzig, Erfurt und München versucht der DJ die Bevölkerung aufzurütteln.

„Es dient dem Interesse an der Tanzkultur und das betrifft uns alle“, sagt Dr. Motte. „Wir brauchen eine Alternative zur GEMA. Ganz schnell.“