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Wissen einen guten Tropfen zu genießen: Mundschenk Jochen Reiner, Konventskapitularin Gisela Wiedmann, Referent Jochen Sahler, Ordenschronistin Gabriele Zinke-Hinz, Schatzmeisterin Marlene Oehmcke, Ordenskanzler Klaus Meffert und Ordenskellermeister Werner Häussermann (von links).  Bechtle
Wissen einen guten Tropfen zu genießen: Mundschenk Jochen Reiner, Konventskapitularin Gisela Wiedmann, Referent Jochen Sahler, Ordenschronistin Gabriele Zinke-Hinz, Schatzmeisterin Marlene Oehmcke, Ordenskanzler Klaus Meffert und Ordenskellermeister Werner Häussermann (von links). Bechtle
22.11.2015

Badischer Weinkonvent widmet sich Jahrgang 2014 aus der Bodensee-Region

Der Nebel steigt, es fällt das Laub; Schenk ein den Wein, den holden! Wir wollen uns den grauen Tag vergolden, ja vergolden!“ – mit dem „Oktoberlied“ von Theodor Storm begrüßte Ordenskanzler Klaus Meffert die Gäste zur gestrigen Veranstaltung des Badischen Weinkonvents im Landgasthaus „Hoheneck“. Die letzte Weinprobe des Jahres im Veranstaltungskalender des Vereins – traditionell verbunden mit einem Gänseessen – gilt stets den Weinen des Vorjahres.

Jochen Sahler, Kellermeister des Winzervereins Hagenau, war angereist, um den Teilnehmern zehn Weine aus der Bodenseeregion vorzustellen. Bevor jedoch dem Rebensaft zugesprochen wurde, warf der Referent einen Blick auf die Wetterverhältnisse 2014: Erst kein richtiges Winterwetter, vorzeitiges Frühlingserwachen, ein durchwachsener Sommer – „kein einfaches Jahr“. Erst der schöne Herbst konnte die Sorge um die Oechslegrade zerschlagen. Das Ergebnis der Bemühungen der Bodensee-Winzer hatten nun die Teilnehmer in ihren Gläsern: „Es handelt sich hier nicht um einen Wettbewerb, welches der bessere und schönere Wein ist“, so Sahler. „Geschmäcker sind verschieden – so auch die Weine und deren Macher“, schickte Sahler voraus.

Dann eröffneten Müller-Thurgau – „feingliedriger Körper, unterstützt durch eine frische Frucht“ – und Sauvignon Blanc – „eine floral fruchtig feine Nase nach exotischen Früchten, Stachelbeere und grünem Paprika“ – den süffigen Teil der Veranstaltung. Da wurde geschlürft und geschwenkt, genippt und nicht zuletzt gefachsimpelt.

Weiter ging die Reise von Chardonnay über Weiß- und Grau- zu Spätburgunder, und mit der Zeit wechselte der Inhalt der Gläser wie der Herbstwald seine Farbe – von goldgelb über orange ins Dunkelrot. Die Gespräche angeregt, die Stimmung ausgelassen – dazu trugen nicht zuletzt Sahlers kleine Wein-Weisheiten bei: „Der Wein ist wie die Frauen – nur den Guten kann man trauen.“ Mit Informationen über Winzervereinigungen, Weingüter und Kellereien am Bodensee gingen die zwei Stunden mit Pinot Noir dem Ende zu. Ein Gewürztraminder – teils mit Skepsis erwartet und dann doch hoch gelobt – bildete das „süße Finale“ der Verkostung.

Noch mit dem Geschmack von „getrockneter Aprikose, Quitte, Weinbergpfirsich und etwas Nelke“ in der Nase und am Gaumen wendeten sich die Teilnehmer dieser kleinen Bodensee-Weinprobe schließlich kulinarischem Genuss der anderen Art zu: dem Gänsebraten.