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Martin Reinhardt, Obermeister der Bäcker-Innung ehrt den Auszubildenden Jung-Bäcker Christian Dihlmann für sein gutes Prüfungsergebnis. .
Martin Reinhardt, Obermeister der Bäcker-Innung ehrt den Auszubildenden Jung-Bäcker Christian Dihlmann für sein gutes Prüfungsergebnis. .
15.11.2016

Bäcker ehren ihren Nachwuchs

Fröhlich begegnete man sich am Dienstag, bei der Mitgliederversammlung der Bäcker-Innung Nordschwarzwald in der Alfons-Kern-Schule. Immerhin galt es die Prüfungsbesten der abgehenden Berufsschüler zu ehren. Üblicherweise wird dabei nur der Auszubildende eingeladen, der mit der besten Note aus den Abschluss-Prüfungen hervorging.

Obermeister Martin Reinhardt erklärte, warum die Ehrungen in diesem Jahr ein wenig anders ausfielen. „Dieses Mal haben wir auch den Zweitbesten eingeladen. Normalerweise machen wir das nicht.“ Doch seien die Noten von Sarah Bossert und Christian Dihlmann so eng beieinander gewesen, dass man einfach beide ehren wollte, so Reinhardt. Bossert schnitt bei ihrer Prüfung mit der Note 1,7 am besten ab, war jedoch wegen eines Arzttermins verhindert. Dihlmann lag mit einer Bewertung von 1,8 knapp dahinter. Er erhielt als Anerkennung für sein gutes Abschneiden einen Gutschein für den Besuch eines Seminars seiner Wahl an der Fachschule. Obermeister Reinhardt lobte Dihlmann: „Das beweist, dass wir hervorragende Leute haben, die sich in unserem Handwerk engagieren wollen.“

Dann trat Siegfried Döbler, von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN), vor die Innung und wagte sich an ein Thema, das ebenso umfassend wie heikel ist: Dem Arbeits- und Gesundheitsschutz in Bäckereien.

Döblers Auffassung nach gebe es da noch einiges an Aufklärungsarbeit. Nicht etwa, weil die Bäcker dieses Thema ignorieren würden, vielmehr weil ihnen teilweise nicht klar wäre, welchem Grundgedanken die Vorschriften und Regeln zugrunde liegen würden: „Was nicht für Berufskrankheiten oder Unfälle ausgegeben werden muss, kommt ihnen bei ihren Beiträgen wieder zu Gute.“ Diese könnten geringer ausfallen, wenn sich Geld sparen ließe.

Bäcker seien täglichen Gefahren ausgesetzt, die auf den ersten Blick harmlos erscheinen mögen. „Ein ganz großer Punkt ist das Bäckerasthma“, so Döbler. Diese Berufskrankheit entstehe durch das ständige Einatmen von Mehlstaub. Die anfallenden Kosten für Entschädigungsleistungen, Heilbehandlungen und dergleichen seien horrend. Helfen könnte es, wenn die Betriebe Spezialmehle, sogenannte hydrothermische Mehle verwenden würden. Diese seien deutlich staubärmer, so Döbler. Auch Hauterkrankungen und Verletzungen an Maschinen könnten mit einfachen Maßnahmen vermieden werden: „Es muss gezielt in den Betrieben ankommen, wie sich Unfälle vermeiden lassen.“ Die Bäcker jedenfalls murmelten zustimmend.