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Prominenter Gast bei Pro Bahn in

Eutingen war am Montagabend Bahnchef Rüdiger Grube (Mitte), hier

eingerahmt von Matthias Lieb, Dieter Zaudtke und Lothar Faas von Pro

Bahn sowie Eckehard Fricke, dem Bahn-Konzernchef für

Baden-Württemberg (von links).
Prominenter Gast bei Pro Bahn in Eutingen war am Montagabend Bahnchef Rüdiger Grube (Mitte), hier eingerahmt von Matthias Lieb, Dieter Zaudtke und Lothar Faas von Pro Bahn sowie Eckehard Fricke, dem Bahn-Konzernchef für Baden-Württemberg (von links). © Ketterl
07.02.2011

Bahnchef Grube verspricht in Eutingen Erhalt des bisherigen ICE-Angebots - wenn es sich rechnet

PFORZHEIM. Manche Leser haben der PZ geschildert, dass sie mit den Fahrkartenautomaten der Bahn nicht zurecht kämen. Seit Montag gibt es einen Trost für sie. Selbst Bahnchef Rüdiger Grube hatte beim Kauf von Automaten-Bahntickets einmal Probleme, als er einmal nur als Kunde mit der Bahn unterwegs sein wollte. dies und manches andere plauderte er gestern bei einer Veranstaltung von "Pro Bahn" in Eutingen aus dem Nähkästchen.

Einiges müsse bei der Bahn besser werden, manches sei schon auf dem Weg gebracht, vieles werde noch folgen, aber das gehe nicht von heute auf morgen, sagte er. Der eloquente Redner warb um Verständnis dafür, dass nicht an allem, wofür die Bahn in der Öffentlichkeit die Schuld bekomme, dieser Riesenbetrieb auch verantwortlich sei. "Wer wie die Bahn täglich 7,3 Millionen Menschen befördert - so viel wie die Lufthansa im gesamten Jahr - gerate unweigerlich in die Kritik, auch wenn es nur ein Prozent Verspätungen gebe", so Grube. Er war gestern mit dem Auto nach Eutingen angereist und kam pünktlich zu der Veranstaltung. Sie ist dank des Eutinger "Pro-Bahn"-Aktivisten Lothar Faas zustande gekommen, der die Idee und jahrelange Beharrlichkeit zu dieser Veranstaltung hatte - auch schon bei Grubes Vorgänger, der allerdings nicht nach Pforzheim gekommen war. Da dies jetzt aber der Fall war, kam selbst der oberste Pro Bahn-Chef Klaus-Peter Naumann aus Hamburg nach Eutingen angereist. Er forderte vom Bahnchef eine deutschlandweite Bahn-Vertaktung und stieß bei Grube auf offene Ohren. Dies strebe er auch an, so Grube, der ebenfalls den Ehrgeiz habe, jährlich 200 Bahnhöfe zu sanieren. Bisher seien es rund 100 jährlich. der Pforzheimer Hauptbahnhof gehört dazu. Er wird noch in diesem Jahr behindertengerecht und barrierefrei mit dem einbau von drei Aufzügen umgestaltet (die PZ berichtete).

Dieter Zaudtke, Vorsitzender von "Pro Bahn Nordschwarzwald", wollte vom Bahnchef wissen, ob das heutige IC/EC-Angebot auf allen Linien erhalten bleibt, oder ob eine Stillegung der weniger frequentierten Fernverkehrslinien zum Nachteil von Pforzheim und der Region beabsichtigt sei . Hier versprach Grube mit der Einschränkung, dass es sich rechne, das bisherige ICE-Angebot bestehen zu lassen. Das gelte auch für die Fernverkehrsstrecke Karlsruhe-Stuttgart -Nürnberg. Die Bahn wolle sogar das Fernverkehrs-Angebot noch ausbauen, weil sie davon lebe.

In einem weiteren Themenkomplex, bat Grube um Verständnis dafür, dass es Bahn-Ausfälle wegen höherer Gewalt wie Blitzeis oder gesperrten Strecken gegeben habe, weil Bäume auf die Gleise umzufallen drohten. Und auch für die Herstellerfehler von Zügen könne die Bahn nichts. Grube verglich die Züge mit "grünen Bananen, die auf der Strecke reifen müssen". Dieses Spiel mache er nicht mehr länger mit. Künftig sollten nur noch technisch ausgereifte Modelle auf den Bahnstrecken unterwegs sein. Das brauche aber seine Zeit. Wenn heute ein neuer Zug bestellt werde, dauere die Lieferzeit zwischen drei und fünf Jahren. So kämen die ersten neuen ICX-Züge nicht vor dem Jahr 2015 auf die Strecke. Für die Zukunft versprach er alles im Blick auf die Bahnkunden zu tun:"Kunde, Kunde, Kunde - das ist das Wichtiste", so Grube. Die PZ-Leser und Nutzer des Internetportals der "Pforzheimer Zeitung", die in den vergangenen Wochen ihren Ärger mit der Bahn schilderten, werden dies gerne hören. Ausgeblendet bei der Veranstaltung wurde das emotional besetzte Thema "Stuttgart 21", über das Grube derzeit nicht reden wollte, weil es in einer aufgeheizten Stimmung nicht sachlich diskutiert werden könne.