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Einsatz unter Atemschutz:  Der Brand über dem Hotel „Gute Hoffnung“ am 3. Mai war binnen weniger Minuten gelöscht.
Einsatz unter Atemschutz: Der Brand über dem Hotel „Gute Hoffnung“ am 3. Mai war binnen weniger Minuten gelöscht.
05.05.2008

Bald Anklage wegen Brandstiftung

PFORZHEIM. Die Pforzheimer Staatsanwaltschaft beabsichtigt, bis Ende Mai/Anfang Juni Anklage gegen die in U-Haft sitzenden tatverdächtigen Brandstifter (Belfort- und Gymnasiumstraße) zu erheben.

Staatsanwalt Christian Lorenz erklärte, dass es auch im Fall des Brandes in der Discothek „Flash“ vom 4. April „erfolgversprechende Ansätze zur Täter-Ermittlung“ gebe, ohne darauf näher eingehen zu wollen. Ermittlungstechnische Gründe spielen hier offensichtlich noch eine Rolle.

Eingestellt ist hingegen nach Auskunft von Hans-Werner Schwierk, Leiter der Pforzheimer Staatsanwaltschaft, das Verfahren gegen verdächtige Mittäter des Wohn- und Geschäftshaus-Brandes an der Pfälzer- straße vom 17. Mai vergangenen Jahres. Nachdem der Hauptverdächtige, ein 37-jähriger Mann, an seinen Brandverletzungen gestorben war, „reichten die über Monate hinweg sorgfältig ermittelten Indizien gegen weitere verdächtige Nebentäter nicht aus, um Anklage zu erheben“, so Schwierk.

Disco-Eröffnung verzögert sich

Die Discothek „Flash“ weist auf ihrer Internetseite darauf hin, dass sich die beabsichtigte Wiedereröffnung verzögere. Als neuer Termin wird jetzt Ende Mai/Anfang Juni genannt.

Die Häufung von drei Großbränden und Brandstiftungen innerhalb von sechs Tagen (4. April Disco „Flash“, 7. April Wohnhaus an der Belfortstraße 6 sowie 9. April Wohnhaus an der Gymnasiumstraße) hatte den stellvertretenden Feuerwehrkommandanten Guido Lobermann von einer „zyklischen Brandhäufung“ sprechen lassen: erst passiere ein halbes Jahr lang nichts, aber dann gebe es auf einmal innerhalb einer Woche drei Großeinsätze. Feuerwehrkommandant Volker Velten hat gestern auf PZ-Anfrage bestätigt, dass solche Brandzyklen – über das Jahr verteilt – typisch seien. „Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung habe ich die gleiche Beobachtung gemacht: nach einer längeren Ruhephase häufen sich plötzlich mehrere Brände in kurzer Zeit, obwohl das natürlich alles zufallsbedingt ist und keinesfalls mathematisch erfasst werden kann“, so Velten. Was auf jeden Fall helfe, seien installierte Rauchmelder. Hier sollte nicht an der falschen Stelle gespart werden. „Augenzeugen, die wie beim Brand vom Wochenende an der Dillsteiner Straße eine Rauchfahne entdecken und dann der Feuerwehr melden, sind zeitlich immer später dran als ein Rauchmelder“, erklärt Kommandant Velten.