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Immer wieder sucht und findet Sänger Tim Wilhelm den Kontakt zu den Zuhörern. Das Publikum dankt es der Band durch Mitsingen und Zugabe-Forderungen Tilo Keller
11.10.2015

Band Münchener Freiheit überzeugt rund 700 Fans vor dem Möbelzentrum

Die Musiker der Band Münchener Freiheit wissen, was sie ihren treuen Fans schuldig sind – pünktlich haben sie die Bühne auf dem Parkplatz des Möbelzentrums Pforzheim betreten und sogleich einen ihrer bekannten Hit aus den 1980er Jahren präsentiert.

Mit „SOS, ruf mich an“ sind sie in das knapp zweistündige Konzert gestartet. Dieses markierte den außergewöhnlichen Höhepunkt und Abschluss des Oktoberfestes beim Möbelzentrum Pforzheim. Mit „Tausendmal du“ legte die Band gleich den nächsten Hit nach und die Besucher bewiesen, dass der Text auch nach vielen Jahren noch saß. Die Sorge, dass bei den „Jungs der Lack ab ist“, wie es eine Besucherin kurz vor dem Auftritt formuliert hatte, war nicht der Rede wert. Schließlich war auch das Publikum nicht völlig faltenfrei. Die Mehrheit der Zuhörer kannte die älteren Hits noch von früher, aber es waren auch viele jüngere Freunde deutschsprachiger Musik im Publikum.

Der Sänger wickelt alle ein

Die Band feierte mit geschätzten 700 bestens gelaunten Fans. Nicht nur die alten, sondern auch die neuen Lieder wurden lautstark mitgesungen. So bewiesen die Fans nicht nur bei dem alten Ohrwurm „Ohne dich (schlaf ich heut Nacht nicht ein)“ Textsicherheit sondern auch beim brandneuen Song „So wie du“. Immer wieder animierte Sänger Tim Wilhelm das Publikum, die Arme zu heben oder einen Takt mitzuklatschen und wickelte nebenbei alle mit seinem Charme um den Finger. „Schunkeln wir uns gemeinsam ins „Herz aus Glas“, forderte der Sänger zum Schwenken von Feuerzeugen und Handys auf.

Als Leadsänger war Tim Wilhelm der Mittelpunkt der Band, obwohl er erst seit wenigen Jahren den ursprünglichen Sänger Stefan Zauner ersetzt. Aron Strobel an der Gitarre, Michael Kunzi am Bass, Rennie Hatzke am Schlagzeug und Alex Grünwald am Keyboard überließen dem Jüngeren die Aufgabe als Frontmann, der zwischendurch auch den direkten Kontakt mit den Fans nicht scheute. Begeistert von der Münchener Freiheit zeigte sich auch Geschäftsführer Ekkehard Haase, Möbelzentrum Pforzheim. Er antwortete zunächst mit einem spontanen „Ja“ auf die Frage der PZ, ob er sich die Veranstaltung so vorgestellt habe. Doch dann korrigierte er. „Nein, die Band ist besser und was sie machen, ist zeitgemäß“, stellte er fest. Für manche Zuschauer war es ein schönes Wiedersehen mit der Band. „Ich war schon einmal bei einem Konzert der Münchener Freiheit, irgendwann nach der Wende in den 1990ern“, freute sich Petra Wienold aus Pforzheim über die Gelegenheit. „Ich war eingestellt auf 10 Euro Eintritt, aber das hätten wir auch gezahlt“, merkte sie zum kostenlosen Konzert an.

Der freie Eintritt kam auch bei Familien gut an, die das Konzerterlebnis sogar mit Kinderwagen wagten. „Daheim auf der Couch wäre jetzt Terror“, erklärte Denise Becker aus Kieselbronn und freute sich, dass die beiden Babys im Zwillingswagen schlummerten, während die Eltern das Konzert genossen.

Hymne zum Abschied

„Wir haben das nur zufällig in der Zeitung gelesen, bevor wir sie weggelegt haben“, sagte Hiltrud Türkuyan aus Pforzheim. „Da hätten wir beinahe was verpasst.“ Beeindruckt war sie nicht nur von der Musik, sondern dass man statt Eintritt für Flüchtlinge spenden konnte. Als die Musiker das Ende des Konzerts andeuteten, legte sich das Pforzheimer Publikum nochmal ins Zeug. Da hatte tatsächlich noch die Hymne „Solang man Träume noch leben kann“ gefehlt, mit der die Musiker das Publikum in die Nacht entließen.

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