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11.12.2009

Bankräuber flüchtet mit mehreren Tausend Euro zu Fuß

PFORZHEIM. Mit einer Schusswaffe in der Hand hat ein bislang unbekannter und maskierter Mann am Freitagmorgen an der Östlichen Karl-Friedrich-Straße in Pforzheim eine Sparkassenfiliale beraubt. Obwohl die Polizei mehr als ein Dutzend Streifen zur Fahndung einsetzte, verlief die Suche nach dem zu Fuß flüchtenden Räuber bislang ohne Erfolg.

Die Frontalkamera hat den Mann mit der braunen Fleece-Jacke und der Blue Jeans voll im Visier, als er gegen 10.30 Uhr die Filiale der Sparkasse Pforzheim Calw an der Östlichen betritt. Seine Füße stecken in schwarz-weiß-farbenen Turnschuhen. Die Hände hat er noch in den Jackentaschen verborgen – doch nicht mehr lange.

Jetzt hat ihn eine zweite Kamera im Visier, wie er vor einem Schalter steht, in der rechten Hand, die in einem gelben Handschuh steckt, einen schwarzen langläufigen Revolver. Man weiß nicht, ob die Waffe echt ist. Es genügt, dass sie es sein könnte. Bankangestellten schärft man bei der Ausbildung ein, niemals den Helden zu spielen.

Den zwei Sparkassen-Bediensteten ist sofort klar: Das ist ein Überfall. Vom Gesicht des Mannes ist nicht allzu viel zu sehen – er trägt eine große Brille mit getönten runden Gläsern, einen Mundschutz als Maske und eine dunkle Wollmütze. Nur so viel: Er ist hellhäutig, hat einen rötlichen Teint. „Die Angestellten beschreiben ihn als 40 bis 50 Jahre alt“, gibt ein Streifenbeamter über Sprechfunk weiter.

Die Kollegen sollen wissen, nach wem sie suchen. Der Mann ist zu Fuß geflüchtet. Mehr als ein Dutzend Streifenwagen werden in die Oststadt beordert. Die Nachbarschaft wird befragt, die Kripo trifft ein.

Täter in Salmbach jünger

„Kein Zusammenhang mit dem Salmbacher Fall“, sagt Polizeisprecher Michael Sengle. Am Donnerstag vergangener Woche hatte ein Unbekannter in dem Engelsbrander Ortsteil die dortige Sparkassenfiliale überfallen und rund 10.000 Euro erbeutet. Der Täter ist bis heute nicht gefasst, genauso wenig wie der Sparkassen-Räuber vom 25. September in Büchenbronn.

Man vermutet, dass der Salmbacher Täter – der deutlich jünger gewesen sein soll als der Pforzheimer Bankräuber von Freitag – identisch war mit dem Fahrradfahrer, der vor der Polizei erfolgreich geflüchtet war. Als Waffe hatte er außerdem keinen schwarzen Revolver, sondern eine silberfarbene Pistole dabei gehabt – wie in den fünf bisher ebenfalls nicht aufgeklärten Überfällen auf Spielhallen in Pforzheim.

Von der Körpergröße und dem möglichen Alter kommt eher die Beschreibung hin, die Sparkassen-Mitarbeiter nach einem Überfall auf die Filiale beim Famila-Ost am 16. Februar dieses Jahres machten. Aber auch hier soll es sich um eine andere Waffe gehandelt haben.

Die Sparkasse lobte am Freitag für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter von Salmbach und an der Östlichen führen, je 3000 Euro aus. Die Polizei will ihre vorweihnachtlichen offenen und verdeckten „Bankenstreifen“ noch einmal verstärken.