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Laut Anklage soll ein 56 Jahre alter Mann im Januar 2007 eine Bankfiliale im Stadtteil Haidach überfallen und 28600 Euro erbeutet haben. Der Angeklagte bestreitet die Tat
Laut Anklage soll ein 56 Jahre alter Mann im Januar 2007 eine Bankfiliale im Stadtteil Haidach überfallen und 28600 Euro erbeutet haben. Der Angeklagte bestreitet die Tat © dpa
21.11.2011

Banküberfall gespielt – und verübt?

PFORZHEIM. Wurde aus einem feucht-fröhlichen Spaß wenige Wochen später bitterer Ernst? Mit dieser Frage muss sich seit Montag das Landgericht Karlsruhe beschäftigen. Laut Anklage soll ein 56 Jahre alter Mann im Januar 2007 eine Bankfiliale im Stadtteil Haidach überfallen und 28600 Euro erbeutet haben. Der Angeklagte bestreitet gegenüber der Auswärtigen Großen Strafkammer unter Vorsitz von Richter Hermann Meyer die Tat.

Ihm zugeordnete DNA-Spuren an einer Sturmhaube in Tatortnähe begründet der Angeklagte mit einem Spiel, an dem er wenige Wochen vor dem Banküberfall beteiligt war. Mit Bekannten aus der Rotlicht-Szene habe er in Österreich, wo er zu diesem Zeitpunkt lebte, gefeiert. Bei Gedankenspielen, wie man an Geld gelangen könne, sei die Idee aufgekommen, eine Bank zu überfallen.

Der Angeklagte bekam eine Sturmhaube sowie eine Schreckschusspistole, um mit einem weiteren Partygast einen Banküberfall vorzuspielen. Beide Utensilien legte er danach auf einem Tresen ab. „Ich bestreite ja nicht, dass Sie meine DNA auf den Gegenständen gefunden haben“, sagte der 56-Jährige und gab zu bedenken, dass die Schreckschusspistole und die Sturmhaube auch gezielt in Tatortnähe deponiert worden sein könnten, um ihm zu schaden.

In Österreich Bank überfallen

Bekannte aus der Szene hätten ihm damals angeboten, mit Drogenkurierfahrten Geld verdienen zu können. Dieses Angebot lehnte er kurz nach der Feier ab. Vor Gericht konnte er gestern allerdings keine vollständigen Namen und Telefonnummern von damals Beteiligten nennen.

Auf die Spur des 56-Jährigen kam die Polizei erst, nachdem er eine Bank in Österreich überfallen hatte und Fingerabdrücke von ihm genommen wurden. „Ich war pleite und habe mich an das Spiel von damals erinnert“, so der 56-Jährige. Für den Überfall in Österreich wurde er zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt, davon saß er ein Jahr ab und wurde dann für das Verfahren nach Deutschland überstellt. De

Das Verfahren wird am Mittwoch, 23. November, um 9 Uhr fortgesetzt.