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15.07.2011

Bauernmarkt-Beschicker gegen Parkplatz-Pläne der Stadt

PFORZHEIM. Auf dem Bauernmarkt regt sich Widerstand gegen die Pläne der Stadt, den östlichen Teil der Fußgängerzone zwischen dem früheren i-Dipfele und der Deimlingstraße in rund 20 provisorische Parkplätze umzuwandeln. Der Wirtschaftsausschuss des Gemeinderats hatte diesen Plänen bereits zugestimmt. Damit war der erste Schritt zur formellen Umwandlung dieser Fläche getan.

Der Gemeinderat muss aber noch zustimmen. Die konkreten Pläne sollen erneut im Herbst im Ratssaal behandelt werden. Die Stellplätze hat der Stadtmarketing-Fachmann Christian Klotz vorgeschlagen. Stadträtin Ellen Eberle (SPD) kündigt an, dass sie in diesem Punkt gegen das ansonsten durchaus anerkennenswerte Konzept zur Stadtbelebung stimmen werde. „Ich bin gegen diese Parkplätze, weil ich nicht sehe, dass dadurch die Innenstadt belebt wird“, so Eberle. „Die Parkplätze an dieser Stelle sind zudem unnötig, da Bürger direkt in der Rathaus-Tiefgarage eine halbe Stunde kostenlos parken können, wenn sie ihren Parkschein entwerten“, sagt sie. Und das sei auch weitgehend bekannt.

„Ich befürchte eine Zunahme des Durchgangsverkehrs, wenn man die Parkplätze schafft, was im Bereich des idyllischen Baum-Ensembles mit Boulespiel-Möglichkeit besonders stört“, so Eberle.

Gestern war sie auf dem Bauernmarkt und hat sich mit Kunden und Marktbeschickern unterhalten. Deren Sprecher, Hermann Voorhoeve, aus Oberderdingen, gebraucht deutliche Worte. „Ich verstehe die Stadt nicht“, sagt er. Die Marktbeschicker hätten einstimmig gegen die Parkplatz-Pläne gestimmt. Sie hätten zur Folge, dass ein Umzugchaos der Bauernmarkt-Stände vorprogrammiert sei. „Wenn wir auf den Marktplatz umziehen sollen, wo über die Hälfte des Jahres Veranstaltungen stattfinden, und wir dann jedes Mal erneut wieder woanders umziehen müssen, sind unsere Kunden total verwirrt“, sagt er. Das sei doch Unsinn, wegen einiger Parkplätze den ganzen Bauernmarkt zu verlegen.

„Und ich möchte auch keine zusätzlichen Abgase auf den Bioprodukten“, so Kundin Ursula Jelitto. „Die Parkplätze sind völlig unnötig. Müssten wir umziehen, fänden uns unsere Stammkunden nicht mehr“, sagt auch Martina Strassern (Kaninchenzucht aus Schützingen).

„Schon jetzt herrscht zu viel Anlieferungsverkehr in dieser Fußgängerzone. Wenn hier Parkplätze angelegt werden und sich dieser Verkehr mit den Autofahrern kreuzt, die hier einen Parkplatz suchen, dürfte das Chaos perfekt sein“, sagt Kunde Odysseus Kremos. Die Pläne seien Humbug, der nur am grünen Tisch entstehen könne ohne Kenntnis der realen Gegebenheiten. „Das sollte doch eine Fußgängerzone und keine Autozone sein“, so Kremos.

Zwar gab es unter den am Freitag von der PZ befragten Bauernmarkt-Kunden auch einige, die sich für die Parkplätze aussprachen. Sie waren allerdings in der Minderheit.

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