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Während die Sanierung noch bis ins kommende Frühjahr andauern wird, dürfen die Kinder und Jugendlichen in ihrem Ausweichquartier bleiben. Foto: Ketterl, PZ-Archiv
Während die Sanierung noch bis ins kommende Frühjahr andauern wird, dürfen die Kinder und Jugendlichen in ihrem Ausweichquartier bleiben. Foto: Ketterl, PZ-Archiv
07.09.2018

Bauzeit länger als gedacht: Haus der Jugend wird frühestens im April 2019 fertig

Pforzheim. Was sich schon im Juli abzeichnete, muss die Stadt jetzt bestätigen: Die Sanierung und Erweiterung des Haus der Jugend wird nicht wie geplant zum 31. Dezember abgeschlossen sein. Dennoch zeigt sich die Stadt zuversichtlich, dass der Bund das Projekt trotz Überschreitung des Förderzeitraums mit 2,7 Millionen Euro fördert.

Der Stadtjugendring muss länger als erwartet in seinem Provisorium in den ehemaligen Fabrikhallen der Firma Dettinger bleiben. Denn nach dem derzeitigem Bauzeitenplan geht die Stadt von einer Inbetriebnahme im April, spätestens Mai kommenden Jahres aus, wie der städtische Pressesprecher Philip Mukherjee auf PZ-Anfrage erklärt.

Die Gründe für die Verzögerung liegen, wenig überraschend, in der guten Baukonjunktur. „Nach wie vor ist die Situation bei der Vergabe im Baubereich sehr kritisch“, erklärt Mukherjee. Ausschreibungen müssten teilweise drei- bis viermal wiederholt werden, weil nur wenige oder gar keine Firmen Angebote einreichten. So sei es auch beim Haus der Jugend gewesen. „Dort haben sich mehrfache Ausschreibungsverfahren wie ein Dominoeffekt auf das gesamte Bauvorhaben ausgewirkt“, so Mukherjee. Teilweise hätten aber auch Störungen bei der Baudurchführung wie Liefer- und Terminschwierigkeiten dazu geführt, dass die geplanten Leistungen nicht in den vorgesehenen Zeiträumen erfolgen konnten.

Der Förderzeitraum für die Bundeszuschüsse in Höhe von 2,7 Millionen Euro endet am 31. Dezember 2018. Dennoch zeigt sich die Stadt zuversichtlich, dass die Gelder dennoch nach Pforzheim fließen werden.

„Mit dem Fördergeldgeber stehen wir in engem Kontakt und haben bereits frühzeitig auf die Problematik hingewiesen“, so Mukherjee. Es gebe positive Signale, dass der Förderzeitraum verlängert werde – der für die Stadt zuständige Ansprechpartner sehe in den Verzögerungen keine Probleme. „Wir warten allerdings noch auf eine schriftliche Bestätigung“, so der Pressesprecher. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast am Donnerstag Bundesbauminister Horst Seehofer, zu prüfen, ob und inwiefern die Fördergelder verlängert werden können. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Gunther Krichbaum konnte indes beim Bundesamt für Raumordnung in Erfahrung bringen, dass eine Verlängerung des Förderzeitraums bis ins Haushaltsjahr 2019 möglich sei, wenn es – wie im Fall des Hauses der Jugend – durch fehlende Handwerkerangebote zu Bauverzögerungen kommen sollte. Hierfür müsse aber ein entsprechender Antrag gestellt werden. „Spätestens jetzt rächt es sich, dass man bei der Besetzung des Dezernats seinerzeit nicht auf Kompetenz und einschlägige Berufserfahrung setzte“, kritisiert er Schüssler scharf. Diese entgegnet gegenüber der PZ: „Wenn Herr Krichbaum sich richtig informiert hätte, wäre ihm nicht entgangen, dass die Baukonjunktur nicht nur Pforzheim vor Probleme stellt.“

Wie und ob der Stadtjugendring die Zeit bis zur Fertigstellung des Hauses der Jugend überbrücken kann, lesen Sie am Freitag. in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.