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Seit dem laufenden Schuljahr werden nur noch Grundschüler an der Büchenbronner Waldschule unterrichtet./PZ-Archiv
Seit dem laufenden Schuljahr werden nur noch Grundschüler an der Büchenbronner Waldschule unterrichtet./PZ-Archiv
20.12.2015

Bedarf an Realschule in Büchenbronn ist weiter ein Streitpunkt

Schwieriger als erwartet – wenn nicht gar unmöglich – dürfte es werden, an der Büchenbronner Waldschule in Ergänzung zur Grundschule eine Realschule zu etablieren. Die Hauptschule ist mangels Nachfrage nach dem Wegfall der Grundschulempfehlung seit diesem Schuljahr Geschichte. Das wollen die Büchenbronner nicht so ohne weiteres hinnehmen und argumentieren, die Räumlichkeiten könnten genutzt werden – von Büchenbronnern, die auf die Realschule wollen plus Kindern und Jugendlichen aus Engelsbrand und Schömberg.

Man bräuchte mindestens 40 Schüler für eine gesetzlich vorgeschriebene zweizügige Realschule, gab Volker Traub, Leiter des Staatlichen Schulamts, zuständig für Pforzheim und den Enzkreis, bei der Ortschaftsratssitzung im November zu bedenken. Die Stadt müsse als Schulträger entscheiden, ob sie den Standort Otterstein-Realschule gegebenenfalls ausbauen oder die ehemalige Hauptschule in Büchenbronn als Realschule reaktivieren wolle. Man werde eine entsprechende Abfrage im Stadtteil und den angrenzenden Gemeinden vornehmen, kündigte der Elternbeiratsvorsitzende der Waldschule, Jörg Stadelmaier, an.

Auch das Schul- und Sportamt der Stadt blieb nicht untätig, wohl wissend, dass das Thema auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung am 26. Januar stehen wird. Dafür sorgt schon Reinhard Klein, Ortschaftsrat der Bürgerliste. Um ihn ruhigzustellen und sich nicht nachsagen zu lassen, die Stadtteile würden übergangen, hatte Oberbürgermeister Gert Hager gegen die ursprüngliche Entscheidung seiner Schuldezernentin durchgesetzt, dass der Schulentwicklungsplan erst einmal im den Ortschaftsräten und dann erst im Gemeinderat diskutiert wird.

Auf PZ-Nachfrage meldet Müller nun die Zahlen, die die Stadt ermittelt hat – und das sieht nicht gut aus für die Büchenbronner Realschulpläne: In den Jahrgängen – also Klassenstufen – fünf und sechs an den städtischen Realschulen kämen derzeit gerade mal sechs Schüler aus Büchenbronn. Auch aus Engelsbrand und Schömberg seien in beiden Klassenstufen zusammen nur insgesamt 30 Schüler zu verzeichnen. Müller: „Es dürfte recht schwer werden, die Zahl von 40 Schülern pro Jahrgang nachzuweisen, die für eine Realschulneugründung erforderlich sind.“

Ein Beispiel von vielen

Für Büchenbronn ist das Thema auch beispielhaft für die Politik der Stadt, die man in Teilen als Benachteiligung der „Kleinen“ anprangert – quer durch alle Parteien und gerne immer dann vorgebracht, wenn einer der Bürgermeister sein Kommen angesagt hat. Der Stadt, so der Vorwurf, gehe es vordringlich um die Innenstadtentwicklung Pforzheim-Mitte – für die Stadtteile sei kein Geld da. Ebenso wenig wie der vehemente Einsatz für Bau-Belange. Erinnert wird immer wieder an die konzertierten Aktionen, um endlich die Westtangente zu bekommen, um den innerstädtischen Verkehr zu entlasten. Doch was sei mit der anderen „unendlichen“ Geschichte, der Ortsumgehung Büchenbronn, um die Verkehrsbelastung auf der Pforzheimer Straße zu reduzieren und eine Sanierung des Ortskerns sinnvoll anzugehen?