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Beeindruckendes Jubiläumskonzert der Waldorfschule mit der Solistin und ehemaligen Schülerin Laura Rieger. Foto: Fux
Beeindruckendes Jubiläumskonzert der Waldorfschule mit der Solistin und ehemaligen Schülerin Laura Rieger. Foto: Fux
17.03.2019

Beeindruckendes Festkonzert: 70 Jahre Waldorfschule in Pforzheim

Pforzheim. Musikalisch beeindruckender kann man das 70-jährige Bestehen einer Schule, nämlich das der Goetheschule, der Freien Waldorfschule Pforzheim, kaum einläuten, als es am Samstag mit einem tollen Konzert im Festsaal getan wurde. Denn für das Konzert musizierten im Rahmen der „Pforzheimer Streicher Akademie“ Schüler der Waldorfschule und des Theodor-Heuss-Gymnasiums gemeinsam.

Genauso ist die Pforzheimer Streicher Akademie unter der Leitung von Tobias Bonz, Manfred Holder und Ulrike Österreicher gedacht, die sich 2015 gründete, nämlich als Plattform für schülerübergreifende Konzerte.

Bravo-Rufe geerntet

Auch bei der Stückauswahl und den Solisten hatten die Verantwortlichen und der musikalische Leiter des Abends, Malte Mory, mehr als ein glückliches Händchen. Denn unter den Solisten war nicht nur die ehemalige Waldorfschülerin Laura Rieger (Mezzosopran) aus Wien, die beispielsweise für Mozarts „Laudate Dominum“ oder Ludwig van Beethovens „Ich liebe Dich“ Bravo-Rufe erntete und für Gänsehaut sorgte, sondern auch Angelika Vogel, Schülerin des Reuchlin-Gymnasiums, die mit einem Tango von Matos Rodriguez auf dem Akkordeon beeindruckte. „Hier im Festsaal wird die Arbeit in den künstlerischen Fächern als wesentlicher Eckpfeiler der Waldorfpädagogik sichtbar“, betonte Peter Kuch im Namen der Schulleitung der Waldorfschule.

Wer die Jahresarbeit, das eigene Stück „There is a light“ des Schülers Jonas Murmann, hörte, unterstützt vom Chor und Violinen, hatte daran keinen Zweifel. Jeffry Ross, der in diesem Jahr sein Musikabitur an der Schule ablegt, beeindruckte mit „Betrachte, meine Seel“ aus der Johannes-Passion von Bach mit seiner warmen Bass-Stimme.

Auf hohem Niveau

Es war aber auch das Orchester der Goetheschule, das zusammen mit der Streicher Akademie des Theodor-Heuss-Gymnasiums für ein bezauberndes Konzert auf sehr hohem Niveau sorgte, das den Musikern und Musikerinnen technisch als auch rhythmisch viel abverlangte und durch unterschiedliche Epochen der großen Meister führte, darunter Komponisten wie Friedrich Händel und Marc-Antoine Charpentier. Bekanntestes Werk des Letzteren ist sicherlich das Hauptthema aus dem Präludium seines „Te Deum“, das als „Europa-Fanfare“ bei Fernsehübertragungen zum Einsatz kommt und sich als Konzerteröffnung perfekt eignete.

Zu einem Glanzstück des Chors wurde indes „The little Swallow“ von Katie Melua. Ganz andere Stücke, nämlich eigene, brachte der Eltern-Freunde-Chor der Waldorfschule mit dem Partnerchor Straubenhardt unter der Leitung von Martin-Seith-Böhm zu Gehör. Der Chorleiter hatte beispielsweise eine Kleine Chorkantate in drei Teilen geschrieben, die das Programm hervorragend ergänzte.

Gäste von weiteren Schulen

Da konnte zum Schluss eines stimmungsvollen Festkonzerts nur noch „Freude schöner Götterfunken“ den Abend beschließen, gemeinsam mit dem Publikum, darunter auch FDP-Landtagsfraktionschef Hans-Ulrich Rülke und der ehemalige Schulleiter des Theodor-Heuss-Gymnasiums Udo Kromer sowie Reuchlin-Schulleiter Kai Adam.

Die Spenden aus dem Konzert kommen der Erneuerung der Spielgeräte im Unterhof der Waldorfschule zugute. Die 70-Jahr-Feier wird am 28. September im Congress-Centrum in Pforzheim fortgesetzt.