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250 Jahre Goldstadt Pforzheim

Lutz Hartung zeigt Renate und Klaus Schubert, wie eine Fuchsschwanzkette hergestellt wird. Foto: Tilo Keller
Frank-Jürgen Schupp nimmt einen Aquamarin mit 48 Karat unter die Lupe. Foto: Tilo Keller
Mirta Congost fertigt mit Erwin (6) einen Anhänger. Foto: Tilo Keller
Rolf Linder zeigt Heidelinde und Joachim Schwarz, wie ein Stahlgraveur arbeitet. Foto: Tilo Keller
Professor Andi Gut arbeitet an einer Spindelpresse. Foto: Tilo Keller
Angela Ehlebracht zeigt Angelika Weckerle, wie ein Perlenarmband entsteht. Foto: Tilo Keller
09.07.2017

Bei der Langen Werkbank am Enzufer zeigt sich das Pforzheimer Handwerk

Pforzheim. Die Goldstadt feiert das Jubiläum ihrer Traditionsindustrie – und viele wissen nicht, wie die Arbeit hinter den Kulissen in den Betrieben aussieht. Das kann nicht sein. Und so kommt das Handwerk auf die Straße, ganz konkret ans Enzufer hinter die Jahnhalle. Zelte säumen die Simmlerstraße. Unter jedem Pavillon gibt es Schätze zu entdecken.

Lange Werkbank bringt Pforzheims Handwerk auf die Straße

Bildergalerie: Das Pforzheimer Handwerk und die Lange Werkbank

Am Stand von Aristo Vollmer können Besucher die Gang-Genauigkeit von Mechanikuhren bestimmen und vor Ort nachjustieren lassen. Firmenchef Hansjörg Vollmer hat den Goldstadt250-Racer, eine zum Klassik-Racer umgebaute BMW K 75, mitgebracht, mit der er im vergangenen Jahr die Meisterschaft von Klassik-Motorsport gewann. Außerdem präsentiert das Unternehmen Uhren aus eigener Produktion. Am Stand des Kulturamts können Besucher das Logo des Schmuckmuseums als Kettenanhänger aus Draht und Perlen erst basteln, dann mit nach Hause nehmen. Das Schmuckstück von Kristin Gropper aus Melbourne wird bald den Weg nach Australien antreten. Am Stand des Traditionsunternehmens Andreas Daub zeigt Vorproduktions-Leiter Stephan Sobiech, die Arbeit an einer Armreif-Wickelmaschine – von den Rohlingen bis zum Verschluss. Schmuckdesignerin Anja Bezdjian schaut konzentriert zu.

Bei der Firma Rudolf Schupp können Besucher Schmuck und Edelsteine bestimmen und bewerten lassen. Firmenchef Frank Schupp staunte am Samstagmorgen nicht schlecht, als schon vor Eröffnung eine Frau aus Heidelberg um das Bewerten eines Steins bittet. „Sie hat mir erzählt, sie habe ihn auf dem Schreibtisch des Opas nach dessen Tod entdeckt“, erzählt Schupp. Das Stück entpuppt sich als Glücksfall: „Es ist ein 68-karätiger Aquamarin.“ Zum genauen Wert sagt Schupp nichts. Nur, dass die Frau ihn gebeten habe, einen Anhänger daraus zu fertigen. „Aber ohne Brillanten herum, das lenkt zu sehr vom Stein ab.“

Es sind die offenen Gespräche an diesem Nachmittag, die ankommen. Besucher aus nah und fern genießen es, den Schmuckschaffenden einmal ganz genau auf die Finger schauen zu können.