nach oben
Nicht nur für den Kühlschrank: Die rund 15 Kinder entdecken mit Professor Carlo Burkhardt, in welchen Bereichen Magnete gebraucht werden.
Nicht nur für den Kühlschrank: Die rund 15 Kinder entdecken mit Professor Carlo Burkhardt, in welchen Bereichen Magnete gebraucht werden.
28.07.2017

Bei der letzten Kinder-Uni 2017 geht es um die Nutzung von Magneten

Ohne Magnete kein Licht – das scheint für viele der rund 20 Teilnehmer der Kinder-Uni zu Beginn noch nicht ganz logisch. Was haben Magnete denn mit Strom zu tun? „Zum Beispiel werden sie in der Windkraft und für andere Stromgeneratoren benötigt“, erklärt Professor Carlo Burkhardt.

Dabei sei der Dreh- und Angelpunkt, dass Magnete Eisen anziehen – somit könne eine Kupferspule mit Eisenkern mithilfe von Magneten das schnelle Drehen des Generators ermöglichen. Auch für die voraussichtlich bald in großen Mengen auf dem Markt erhältlichen Elektroautos seien Magnete unverzichtbar. Doch wie kann man solche Magnete überhaupt herstellen? „Früher hat man sie als Magneteisenstein in der Natur gefunden“, so Burkhardt. „Heute werden sie aber künstlich hergestellt, damit das Energieprodukt höher und der Magnet noch stärker ist.“ Der entscheidende Stoff, der für diese Herstellung benötigt werde, sei Neodym, ein Teil der chemischen Stoffgruppe „Seltene Erden“. Dieser lasse sich allerdings nur in komplizierten und oft sehr umweltschädigenden Prozessen vom Gestein, in dem er vorkomme, lösen. Ein Monopol auf die Förderung des Stoffes habe China, das Land allein decke 97 prozent der weltweiten Produktion. Das Problem für Deutschland und andere Länder: „Das ist für China ein strategischer Vorteil und bedeutet, dass sie die Preise selbst bestimmen können“, so der Dozent. In den Jahren 2010 und 2011 hätten sie das getan – der Preis sei von zehn Euro auf 300 Euro pro Kilogramm erhöht worden. „Für die Hersteller von Windkraftwerken, die pro Kraftwerk zweieinhalb Tonnen Magnete einbauen müssen, war das natürlich eine Katastrophe“, so Burkhardt. Eine Lösung könne sein, in Deutschland selbst mit einer abfallfreien Herstellung von „Seltenen Erden“ zu beginnen, die es dann zu recyceln gelte. Die Organisatorin der Kinder-Uni, Cornelia Kamper, zieht zum Abschluss der Kinder-Uni zufrieden Bilanz: „Das Hauptmerkmal waren die regen Diskussionen und die große Beteiligung der Kinder. Das war wirklich toll.“ Mit 120 Teilnehmern seien es aber etwas weniger als im vergangenen Jahr gewesen.