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Im Ratssaal: Die Schüler des Reuchlin-Gymnasiums und der Fritz-Erler-Schule sitzen beim Planspiel nach Fraktionen getrennt. So müssen sie im EU-Parlament auch Positionen vertreten, die nicht ihrer politischen Überzeugung entsprechen.
Im Ratssaal: Die Schüler des Reuchlin-Gymnasiums und der Fritz-Erler-Schule sitzen beim Planspiel nach Fraktionen getrennt. So müssen sie im EU-Parlament auch Positionen vertreten, die nicht ihrer politischen Überzeugung entsprechen.
03.05.2017

Beim Planspiel Europa versetzen sich Jugendliche in neue Rollen

Ihre Stimme klingt ernst: „Die Bewältigung der Flüchtlingskrise ist eine der größten Herausforderungen der EU“, sagt Sophie Smith. Die Lage habe sich in der jüngsten Vergangenheit dramatisch zugespitzt, erklärt die Politikerin aus Großbritannien.

Rund 1,3 Millionen Menschen hätten 2015 in der EU Zuflucht gesucht – vor Bürgerkrieg, Hunger, Verfolgung, Armut und Menschenrechtsverletzungen. „Wir benötigen daher dringend eine europäische Regelung im Asylrecht“, betont Smith, die im wirklichen Leben Kathrin Ledwig heißt. Doch in diesem Moment spielt die Zehntklässlerin die Rolle der EU-Kommissions-Präsidentin.

Neue Perspektiven

Dort, wo sonst die Pforzheimer Gemeinderäte sitzen, haben 43 Schüler des Reuchlin-Gymnasiums und des Wirtschaftsgymnasiums der Fritz-Erler-Schule Platz genommen. Einen ganzen Tag lang beschäftigen sie sich beim Planspiel Europa mit der europäischen Asylpolitik und dem Gesetzgebungsprozess der EU. Einige von ihnen gehören der EU-Kommission an und sitzen ganz vorn im Plenarsaal. Andere wiederum sind Teil des Rats der Europäischen Union oder des EU-Parlaments. Dessen Abgeordnete repräsentieren nicht nur ein Mitgliedsland, sondern auch eine politische Haltung. „Für ihre neue Rolle müssen die Schüler alle persönlichen Meinungen in den Hintergrund stellen“, sagt Ngoc Bich Tran von der Landeszentrale für politische Bildung, die das Planspiel gemeinsam mit Karoline Kienle und Vatan Ukaj betreut. So setzen sich die Jugendlichen zu den Schildern ihrer Fraktionen – zu den Europäischen Linken, den Grünen, der christlich-konservativen europäischen Partei EVP, oder eben zur EFDD, die Parteien des EU-skeptischen und rechtspopulistischen Spektrums umfasst.

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