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14.07.2008

Beim Wandern angefreundet

PFORZHEIM. Alpinisten aus den Partnerstädten Gernika und Vincenza haben sich zusammen mit Bergsteigern der Sektion Pforzheim im Deutschen Alpenverein gemeinsam auf den Weg durch die Stubaier Alpen gemacht.

Ausgangspunkt war der Friedensmarsch 2005 von Pforzheim nach Gernika. Eine Fortsetzung gab es 2006 mit der Ersteigung des Gran Paradiso im Aostatal. 2007 fand dann die Umrundung der Drei Zinnen mit den Bergfreunden aus Vicenza statt. Nun waren erstmals drei Partnerstädte in ein neuntägiges Miteinander eingebunden.

Wein und guter Gesang

Zunächst stellten die Sektionsmitglieder von Pforzheim um Bruno Kohl den heimischen Raum vor. Von Maulbronn ging es in den Schwarzwald hinauf zum Wild- und Hohlohsee. Mit einem Bus ging es ins Gebirge. Ziel war das Adolf Witzenmann Haus in den Stubaier Alpen. Von St. Sigmund im Sellrain ging es auf 2308 Metern Höhe zu Pforzheims höchstem Berghaus. Dort kamen weitere sieben italienische Bergsteiger zur Gruppe. Auf der Hütte herrschte mit Liedgut in der Sprache aller drei Partnerstädte und bei entsprechendem Rotwein eine hervorragende Stimmung.

Für die meisten baskischen Alpinisten war es ein erstes Kennenlernen der Alpen. Die Freunde aus Vicenza bewegen sich dagegen im Winter öfters in diesem Raum, den sie in knapp vier Autostunden erreichen können. Am Sonntag war der erste Höhepunkt der Steig hinauf über das Gleirschjöchl zum Samerschlag mit seinen 2800 Metern Höhe. Am Gipfelkreuz reichte der Platz für die gesamte Gruppe nicht aus. Über einen Überhang ging es zurück zur Pforzheimer Hütte. Es blieb Zeit auf der Hütte zu stöbern. Dabei fielen dem Sucher in einem verschlossenen Verschlag auch die ersten Bergbücher aus dem Jahr 1926, der Einweihung des Berghauses, in die Hände. Die Einträge, teilweise in sehr detaillierter Form, schilderten die ersten Bergbesteigungen von Adolf und Walter Witzenmann in der Umgebung und gaben auch Auskunft, dass die ehemalige Pforzheimer Medizinalrätin Käthe Lang sehr gerne auf der Hütte verweilte. Die Haidenspitze, die im vergangenen Jahr von Mitgliedern der Sektion neu markiert wurde, sollte das nächste gemeinsame Ziel sein. Doch heftige Gewitterschauer zwangen zur Umkehr. Nur gut, dass der Trockenraum für die nassen Kleider auf Hochtouren schaffte. Am nächsten Tag teilte sich die Gruppe. Die große Gruppe wagte bei Temperaturen um Null Grad beim Aufbruch am frühen Morgen eine siebenstündige Bergtour, die über den zuvor ausgesteckten Weg hinauf zum Zischgeles mit seinen über 3000 Metern Höhe führte.

Tolle Rundsicht

Beim Gipfelabstieg brachte die Gruppe an einer Stelle zur Sicherheit ein Seilgeländer an. Das Westfalenhaus war das Ziel, ehe am nächsten Tag über Lüsens steil hinauf zum Horntaler Joch und dem Schafgrübler nach siebeneinhalb Stunden die Franz-Senn-Hütte das letzte Ziel der Tour war. Die Zurückgebliebenen erstiegen die knapp 3000 Meter hohe Haidenspitze bei prächtigem Wetter. Die Rundsicht reichte von der Stubaier über die Ötztaler Alpen hin zu den Kalkkögel bis zu den Mieminger Bergen und dem Wettersteinmassiv. Die Hänge waren übersät mit Alpenrosen.

Nächstes Jahr in die Pyrenäen

Dazwischen blühten Enzian, Steinbrech und Mannsschild. Auch Gämsen und Murmeltiere waren zu sehen. Gewaltig waren die Wassermassen. Im kommenden Jahr soll es zusammen mit den Alpinisten aus Vicenza und Gernika in die Pyrenäen gehen.