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Benckiser-Park-Klientel schreckt Pforzheimer ab
20.05.2011

Benckiserpark: Freiflächen in Beschlag genommen

PFORZHEIM. Eine gute Woche haben die Pforzheimer Streetworker noch Zeit, um Antworten zu finden und mit dem Sozialamt Lösungsvorschläge auszuarbeiten, wie sie auf ein Problem reagieren sollen, das den Innenstadtbewohnern unter den Nägeln brennt.

Immer wieder beschweren sich Menschen über eine Klientel, die eine der letzten Freiflächen in der City in Beschlag nimmt – den Benckiserpark, der Öffentlichkeit übergeben 1918 von der namensgebenden Unternehmerfamilie.

Bildergalerie: Streitpunkt Pforzheimer Benckiser Park

„Es gibt den eindeutigen Wunsch der Bürgermeisterrunde, den Park zu entlasten“, sagt Rüdiger Staib, Leiter des Jugend- und Sozialamts. Er will dem Jugendhilfeausschuss am 7. Juli eine Beilage präsentieren. Ein erstes Faktum hat man auf Anregung bereits geschaffen – was auf ein geteiltes Echo stößt: Die Bank zwischen Park und der Westlichen, auf der vorwiegend die „Alteingessenen“ der insgesamt rund 150 „randständigen Menschen“ – wie es politisch korrekt heißt – saßen, wurde abmontiert. Statt dessen sitzt die Klientel nun auf zwei Bänken parallel zur Emilienstraße. „Es ist der Klassiker des kleineren Übels“, sagt Ordnungsamtsleiter Wolfgang Raff.

Die Umsetzung der Parkbank sei als Sofortmaßnahme nur eine ordnungspolitische Maßnahme, sagt Bernd Schön von Streetwork Innenstadt. Es ist an ihm und seinen Kollegen, die Klientel im Benckiserpark zu fragen, welchen Hintergrund die Menschen dort haben, was sie dorthin gebracht hat und wie sie sich ihre Zukunft vorstellen. Schön denkt beispielsweise an eine Ausweitung des seit 2003 existierenden „Tagelöhner-Projekts“ auch für Menschen über 30 Jahre. Wer arbeitet, hängt nicht rum – das ist das simple Motto. ol

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