760_0900_148230_.jpg
Ein Herz und eine Seele: Annabelle und Mutter Gabi. Entstanden ist dieses Bild vor knapp vier Jahren und hat damals eine große Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. 

Benefiz-Adventsmarkt in Pforzheim soll junger Frau nach Hirnblutung helfen

Pforzheim. Wenn man die Räumlichkeiten auf dem Hofgut Buckenberg sieht, dann fällt es einem nicht schwer, sich dort Glühwein- und Kaffeeduft, stimmungsvolle Beleuchtung und Kunsthandwerk vorzustellen. All das und noch viel mehr soll es am ersten Adventssonntag, 27. November, tatsächlich geben - für einen guten Zweck.

Von 13 bis 18 Uhr findet auf dem Hofgut Buckenberg zum ersten Mal der „Hofadvent“ statt. Der komplette Erlös wird an einen Verein gespendet, der Annabelle helfen will: einer jungen, lebenslustigen Frau, die im Sommer 2016 nach einer Hirnblutung zum Pflegefall geworden und seither ständig auf Hilfe angewiesen ist. Es war ein schwerer Schicksalsschlag, der allerdings weder ihr noch ihrer Familie und ihren Freunden den Optimismus genommen hat. Sie überlegten, wie sie Annabelle helfen können, und gründeten vor rund drei Jahren den Verein, der neben Annabelle in Zukunft auch anderen Hirn-Aneurysma-Betroffenen helfen will. Denn die Krankenkassen kommen längst nicht für alles auf, was die Erkrankten brauchen. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, Geld zu sammeln, um Annabelle unter anderem Therapien in der Slowakei zu ermöglichen. Dort existiert eine weltweit einzigartige Einrichtung, in der mithilfe von Raumfahrttechnik die Lebensqualität der Patienten gesteigert wird.

760_0900_148229_.jpg
Hoffen auf viele Besucher: Die Vereinsmitglieder rund um die Vorsitzende Vera Zweigel (vorne, Dritte von links) stecken mitten in den Vorbereitungen für den Hofadvent zugunsten von Annabelle am kommenden Sonntag.

Aktuell stecken die Vereinsmitglieder mitten in den Vorbereitungen für den Hofadvent. „Jeder leistet mit viel ehrenamtlichem Engagement einen unglaublichen Beitrag“, sagt die Vorsitzende Vera Zweigel, die auf viele Besucher am kommenden Sonntag hofft. Ihnen will man „ein paar unvergessliche Stunden“ schenken: „Es wird richtig toll“, sagt Zweigel:

„Es ist für alles gesorgt und für jeden etwas geboten.“

Mehrere Kunsthandwerker aus der Region werden anbieten, was sie selbst hergestellt haben, unter anderem Grußkarten, Lederwaren, florale Dekorationen und Holzarbeiten. Bei einer Tombola soll es dank zahlreicher großzügiger Sponsoren „nur schöne Sachpreise und Wertgutscheine“, aber „keinen Ramsch und keine Trostpreise“ zu gewinnen geben. Für Bewirtung ist nicht nur durch 15 verschiedene Sorten handgemachter Torten und Kuchen gesorgt, sondern auch durch heißen Glühwein, alkoholfreien Kinderpunsch, Crêpes in zahlreichen Variationen, feuriges Chili con Carne, vegane Kürbissuppe und frischen „Blackwood-Coffee“.

Wer will, kann Fotos mit Alpakas schießen und das Hofgut Buckenberg bei einer kurzweiligen Führung entdecken. Die Kinder dürfen Stockbrot über offenem Feuer rösten und beim Basteln selbst kreativ werden. Für Livemusik, die zum weihnachtlichen Ambiente passt, sorgt der Gitarrist und Sänger Lú Thome. Auch der Verein „Annabelle – Hilfe für Hirn-Aneurysma Erkrankte“ wird mit einem Stand vertreten sein, an dem er nicht nur selbst hergestellte Produkte anbietet, sondern auch über seine Arbeit informiert. Aktuell hat er rund 60 Mitglieder und freut sich über jeden, der neu dazukommt. Denn je mehr sie sind, desto besser können sie helfen.

Immer wieder organisieren die Ehrenamtlichen dafür Aktionen. Erst vor ein paar Wochen haben sie im Enzkreis eine Wohnungsauflösung auf die Beine gestellt, deren Erlös Annabelle zugutekam. „Wir waren positiv überrascht, wie viele Menschen gekommen sind, wie groß die Hilfsbereitschaft und das Interesse waren“, sagt Zweigel und kündigt weitere Aktionen an, etwa einen Vortragsabend zu Therapiemöglichkeiten für Hirn-Aneurysma-Betroffene. Auch den „Hofadvent“ auf dem Hofgut Buckenberg soll es in Zukunft wieder geben: Wenn die Resonanz bei der Premiere am Sonntag gut ist, könnten sich die Ehrenamtlichen vorstellen, die Veranstaltung jährlich zu organisieren.

Kostenloses Parken ist auf ausgewiesenen Flächen an der Kaulbachstraße möglich. Von dort sind es nur wenige Hundert Meter bis zum Hofgut, das selbst nicht mit dem Auto angefahren werden kann.