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Großer Zuspruch: : Die Stadtkirche ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Foto: Seibel
Großer Zuspruch: : Die Stadtkirche ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Foto: Seibel
20.01.2019

Benefiz-Konzert zur Vesperkirche im Zeichen gelebter Nächstenliebe

Pforzheim. Schon eine knappe Stunde vor Konzertbeginn ist die Stadtkirche gut gefüllt, und schließlich ist kein freier Platz mehr zu bekommen. Die Besucher stehen an den Wänden, in den Gängen, drängen sich im Foyer. „Das zeigt, wie gut die Vesperkirche in der Stadt angekommen ist“, freut sich Diakoniechefin Sabine Jost, die den Abend moderiert.

Caritas-Geschäftsführer Frank-Johannes Lemke, Vorstandsvorsitzender des Vereins Ökumenische Vesperkirche Pforzheim, sagt: „Das Tolle an der Vesperkirche ist, dass die Stadtgesellschaft sich so solidarisch zeigt.“

Zum 20. Mal erhalten Menschen in diesem Winter die Möglichkeit, in der Stadtkirche günstig zu essen, anderen Menschen zu begegnen, Wärme und Herzlichkeit zu erfahren. Ein gewichtiger Bestandteil der Finanzierung ist das traditionelle Benefizkonzert geworden, das jetzt zum vierten Mal unter der Schirmherrschaft von OB Peter Boch und Landrat Bastian Rosenau stattgefunden hat und für dessen Organisation Wolfgang Bossert verantwortlich zeichnet. Der Eintritt ist frei, gespendet wird hinterher. Das Ergebnis soll in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden.

Spiel ohne Gage

Wie immer spielen und singen die Künstler ohne Gage, und ebenso wie immer wird der angepeilte Zeitrahmen nicht eingehalten, zum Glück und zur Freude des Publikums. Aus eineinhalb werden fast drei Stunden, das Programm abwechslungsreich, mitreißend, nachdenklich stimmend und vereinigend. Verstärkung auf die Bühne geholt hat sich Lú Thome. Die Geschwister Paul (8) und Marie (11) sind dabei, und gemeinsam singen sie unter anderem alte Klassiker („Wozu sind Kriege da?“) und neue Hits von Udo Lindenberg („Wir ziehen in den Frieden“).

Stimmgewaltig geht es weiter mit mitreißenden Gospels der „Angel Company“ unter Leitung von Bertold Engel am Flügel. „Love ist coming“ oder „I will carry you“ schmettern die 13 Chormitglieder mit wechselnden Solisten in die Stadtkirche, und das Publikum kommt der Aufforderung mit zu klatschen, gerne nach. Ein dankbarer Übergang für Hans Draskowitsch, der übernimmt und mit seinem Saxophon Hits und Klassiker wie „Wonderful tonight“ oder „Baker Street“ interpretiert. Wieder leiser und auch ein bisschen besinnlicher, wird es, als die Schauspielerin Heidrun Schweda Texte liest, unter anderem von Hermann Hesse.

Eine feste Größe beim Benefizkonzert für die Vesperkirche ist auch das Streichorchester des Kepler-Gymnasiums. Mit ihrer Interpretation des „Winter Wonderland“ geben sie ihrer Aufführung, unter anderem mit dem „Ave Maria“ und der „Air“ von Johann Sebastian Bach, einen beschwingten Abschluss. Wer sich jetzt meditativ von seinen Gedanken hat davontragen lassen, bekommt schließlich einen gewaltigen Weckruf von den Mitgliedern der Escola de Samba, die mit ihrer Percussion-Show die massiven Holzbänke in der Kirche zum Vibrieren und das Publikum zum begeisterten Mitklatschen bringen.

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