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Arbeit, bestehend aus vielen Bausteinen: Die Gesellschafter des ökumenischen Trägerverbunds, Frank-Johannes Lemke und Christoph Mährlein, sowie dessen Geschäftsführerin Sabine Jost präsentieren mit den Mitarbeitern der Beratungsstelle, Evelyn Weber, Tom Handtmann (Leiter), Regine Reinold, Ulrike Uhlmann, Patricia Diaz-Bone, Daniel Terhaar, Cornelius Fuchs, Monika Winkler-Kolb und Claudia Theilmann-Braun (von links) das neue Logo, das im PZ-Medienhaus entworfen wurde.
Arbeit, bestehend aus vielen Bausteinen: Die Gesellschafter des ökumenischen Trägerverbunds, Frank-Johannes Lemke und Christoph Mährlein, sowie dessen Geschäftsführerin Sabine Jost präsentieren mit den Mitarbeitern der Beratungsstelle, Evelyn Weber, Tom Handtmann (Leiter), Regine Reinold, Ulrike Uhlmann, Patricia Diaz-Bone, Daniel Terhaar, Cornelius Fuchs, Monika Winkler-Kolb und Claudia Theilmann-Braun (von links) das neue Logo, das im PZ-Medienhaus entworfen wurde.
04.10.2015

Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und deren Familien wird zehn

Mit einem Festakt im Foyer des Theaters Pforzheim hat die Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und deren Familien am Freitag ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert. Hinter der Einrichtung liegt ein strukturelles Auf und Ab. Die ersten Jahre gemeinsam geführt von der Diakonie und dem Badischen Landesverein für Innere Mission, hält seit zwei Jahren der ökumenische Trägerverbund aus Diakonie und Caritas unter Vorsitz von Sabine Jost das Ruder in der Hand und hat die Organisation der Beratungsstelle in ein ruhigeres Fahrwasser gelenkt.

„Die Arbeit ist aufwendig, fordernd und macht nach zehn Jahren immer noch Spaß“, sagt deren Leiter Tom Handtmann, der wie die meisten der weiteren acht Mitarbeiter seit der Neugründung mit an Bord ist. „Es sind immer neue Konstellationen und Fragestellungen mit denen Familien auf uns zukommen“, sagt er.

Viel habe sich verändert in den vergangenen zehn Jahren, sagt er. 12 000 Klienten aus 45 Herkunftsländern, verteilt über alle Bildungs- und Gesellschaftsschichten, hat die Erziehungsberatungsstelle seither unterstützt – Tendenz steigend. „Seit 2006 hat sich unsere Klientel um 33 Prozent vergrößert“, sagt Handtmann. 600 statt 480 Fälle pro Jahr bearbeiten die Mitarbeiter mittlerweile.

Hinzu gekommen seien auch etliche neue Aufgaben, wie die Online-Beratung mit 250 Fällen seit 2009 oder der Auftrag des Familiengerichts, 541 zerstrittene Eltern zum Wohle ihrer Kinder wieder an einen Tisch zu bekommen.

Zu den weitern Aufgaben zählen Trennungs- und Scheidungsgruppen für Kinder, die darunter leiden, wie ihre Eltern miteinander umgehen. „Das geht von psychisch-seelischen Verletzungen bis zu tätlichen Auseinandersetzungen“, sagt Handtmann. Auch wenn eine Kindeswohlgefährdung im Raum steht, ist die Beratungsstelle gefragt, um die Lage einzuschätzen und eine Eskalation abzuwenden. „Wir sind mittlerweile mit allen relevanten Stellen vernetzt“, sagt Handtmann.

Mehr Stellen wären nötig

„Es ist wichtig, dass ein starker Träger da ist, da die Auseinandersetzung über Ressourcen mit der Stadt nicht einfach wird“, sagt Caritasdirektor Frank-Johannes Lemke. Zwei zusätzliche Stellen zu den derzeit sechs bestehenden seien nötig, um bei der zunehmenden Problemlage für Prävention sorgen zu können. Vor allem das Personal von Kindertageseinrichtungen habe bedingt durch die aktuellen Ereignisse, mehr Unterstützung durch die Beratungsstelle nötig, ergänzt Jost. Nicht nur die Arbeit mit traumatisierten Kindern aus Flüchtlingsfamilien wird wie Beratungsstelle künftig fordern: „Die Probleme der Familien sind gewachsen, es gibt immer mehr Multi-Problem-Familen“, sagt Handtmann. Dies liege zum einen an den neuen Familienformen und der „Wertevielfalt“ in der Gesellschaft. „Früher war es für junge Eltern einfacher, sich zu orientieren.“ Auch zu Zunahme an psychischen Auffälligkeiten bei Kindern spiele eine Rolle. „Die Aufgabe der Erziehungsberatungsstelle ist wichtig, gerade junge Familien brauchen diese Orientierung“, sagt Lemke. „Wir werden auch künftig versuchen dafür zu sorgen, dass die Konzepte aktuell bleiben und genug Manpower dahinter steckt.“