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Staunende Zuschauer: Winfried Seidel vom Automuseum Ladenburg empfängt die historischen Fahrzeuge aller Fabrikate bis Baujahr 1930 in der Fußgängerzone. Und appelliert an die meist männlichen Fahrer, auch die Frauen ans Steuer zu lassen. Fotos: Meyer
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Flammkuchen aus einem historischen Vehikel: Gastronom Axel Grießmayer mit Monika Neumann, sowie Brigitta und Michaela Scheufele (von links). Fotos: Meyer
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Der oberste Wirtschaftsförderer Oliver Reitz übergibt einen Blumenstrauß an Jutta Benz, Urenkelin der legendären Bertha Benz, die einen Daimler Baujahr 1930 fährt. Nebendran sitzt Zoltan Richter. Fotos: Meyer
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In Bauschlott fahren die Oldtimer vor Haus Nummer 18 in der Pforzheimer Straße vorbei, der früheren Schuhmacherei Britsch, die Berthas Bremsen reparierte. Fotos: Meyer
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Busunternehmer Richard Eberhardt in seinem Büssing aus dem Jahr 1955.

Bertha-Benz-Fahrt: 72 historische Fahrzeuge erinnern an Pioniertat

Pforzheim. Trotz zwei oder drei Pannen auf ihrem 100 Kilometer langen Weg von Mannheim nach Pforzheim: Nur etwa eine halbe Stunde später als geplant rollen die ersten Oldtimer der neunzehnten Bertha-Benz-Fahrt am Samstag gegen 15.10 Uhr durch die abgesperrte Fußgängerzone gen Marktplatz.

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Bertha-Benz Fahrt am Etappenziel

Zuvor hatten die sieben Musiker der Band „Brass2Go“ den Wartenden mit ihren roten Anzügen und Comedy-Einlagen die Zeit versüßt.

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Bertha-Benz Fahrt startet nach Mannheim

Dem obersten Wirtschaftsförderer Oliver Reitz ist die Begeisterung anzusehen, als endlich der erste Wagen heranrollt. Der Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing hat die Veranstaltung in Pforzheim ermöglicht, besondere Gastronomen verpflichtet und das gesamte Rahmenprogramm organisiert. Vor 131 Jahren absolvierte Bertha Benz mit ihren beiden Söhnen und dem dreirädrigen Patentwagen ihres Mannes Carl die erste Überlandfahrt.

Selten und einfallsreich

Winfried Seidel vom Museum Dr. Carl Benz in Ladenburg sowie Wolfgang Presinger vom Allgemeinen Schnauferl Club begrüßen die jeweiligen Fahrer mit Begleitung. Sie teilen ihre Freude über Motorisierung, Seltenheitswert und Erhaltungszustand der historischen Fahrzeuge mit den zahlreichen Zuschauern längs der Strecke. Denn im Grunde ist es eine Art Familientreffen Gleichgesinnter. Abends geht es zum Galadinner in den Gasometer, um zu fachsimpeln.

Denn so mancher hat nicht nur einen Oldtimer, sondern gleich mehrere.

Unter den Fans ist auch Oberbürgermeister Peter Boch mit Sohn, der Bertha Benz in seiner kurzen Ansprache „eine echte Pionierin“ nennt. Und dann rollt deren Urenkelin, die 75-jährige Jutta Benz, mit der Startnummer 54 in einem Daimler Benz aus dem Jahr 1930 mit Beifahrer Zoltan Richter heran. Und verrät ein offenes Geheimnis. Ihre Urgroßmutter habe nicht nur ihre Mutter in Pforzheim besuchen wollen. Sondern sie war scharf auf einen besonderen Zwetschgenkuchen. Deshalb hält auch die Bäckerei Wiskandt für jeden Ankommenden eine entsprechende Süßigkeit bereit.

Über 100 Kilometer haben die Autoliebhaber an diesem Samstag zurückgelegt, mehr als 120 Kilometer schaffe man mit den alten Vehikeln nicht, erklärt der Oldtimerliebhaber Seidel. Er hat seinen Spaß daran, dem Publikum die Vorzüge des äußerst zugigen Schwiegermuttersitzes auf der Rückbank eines Wagens zu erklären und bei einem anderen Modell die verschlungen Pfade, auf denen es von Australien zurück nach Deutschland kehrte.

Am Sonntag geht es dann für die Teilnehmer, die von weit angereist sind, zurück nach Mannheim. Nicht ohne einen kurzen Stopp in Bauschlott. Die ehemalige Schusterei Britsch gilt als erste Autowerkstatt der Welt. Ließ sich doch Bertha Benz dort Leder auf die Bremsen schlagen.

Martina Schaefer

Martina Schaefer

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