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Die „Grünfläche“ an der Kreuzung Berliner-/Luisenstraße soll vergrößert werden. Dann wird hier eine Hinweistafel, wie sie Ulrich Kollmar (links) und Rolf Spiertz im Modell zeigen, an Bertha Benz erinnern.
Die „Grünfläche“ an der Kreuzung Berliner-/Luisenstraße soll vergrößert werden. Dann wird hier eine Hinweistafel, wie sie Ulrich Kollmar (links) und Rolf Spiertz im Modell zeigen, an Bertha Benz erinnern.
09.08.2013

Bertha Benz – Hinweistafel, wo einst ihre Wiege stand

Pforzheim. In der Nähe ihres Geburtshauses soll an der Berliner Straße an die Autopionierin gedacht werden.

Wenn an diesem Wochenende die Bertha-Benz-Fahrt von Mannheim nach Pforzheim und zurück stattfindet, wird gleichzeitig ein Jubiläum gefeiert: 125 Jahre ist es her, dass sich die Frau es Kraftfahrzeug-Erfinders Carl Benz an jenem August-Tag 1888 heimlich frühmorgens mit ihren Söhnen Eugen und Richard aufmachte, mit dem Patentmotorwagen ihre Familie in Pforzheim zu besuchen. Mit dem pferdelosen Gefährt fuhr Bertha Benz sich und ihren Mann zu Weltruhm.An der damaligen Ispringer Straße 5 (heute Berliner Straße 11, ehemals Tanzschule Kehle, jetzt Mikulski) stand das Haus des wohlhabenden Zimmermeisters Karl Ringer, in dem Cäcilie Bertha Ringer am 3. Mai 1849 zur Welt kam. Wenn heute Nachmittag, wenn die ersten der rund 80 Automobil-Veteranen bei ihrer Jubiläumsfahrt am Pforzheimer Marktplatz eintreffen, von wo aus sie am Sonntag um 10 Uhr wieder zum Rückweg nach Mannheim starten, erinnert immer noch keine Tafel à la „Hier wohnte der Dichter Johann Wolfgang Goethe“ oder „Hier kam Eduard Mörike zur Welt“ an der Stelle, wo sonst das Geburtshaus stand.

Seit Jahren hat die PZ dies immer wieder angeregt, doch an der Stelle des historischen Ringer-Gebäudes einen Hinweis anzubringen. Das hat mittlerweile der Verkehrsverein aufgegriffen und Ulrich Kollmar von Pforzheim mitgestalten gewonnen, seine Erfahrung mit einzubringen, die er zusammen mit der Belmer-Rentermontagegruppe schon vielfach mit Stelen im Stadtgebiet aufgezeigt hat. Und das Garten- und Friedhofsamt hat seine Unterstützung zugesagt.

Gestern trafen sich nun Kollmar, Verkehrsvereins-Vorsitzender Rolf Spiertz und Olav Kanno (städtischer Planer) bei einem Vor-Ort-Termin an der Kreuzung Berliner-/Luisenstraße – an verkehrsreicher , lärmerfüllter Stelle, um auf einem Vorplatz zwischen sechs Schalkästen und einer sich drehenden Litfaßsäule eine Stelle zu finden, an der man eine Hinweistafel für Berthas Geburtshaus platzieren könnte. „Das Umfeld kann nur besser werden“, waren sich die Beteiligten einig. Kanno schlug vor, das Pflaster zurückzunehmen, die „Grünfläche“ zu erweitern, möglicherweise noch ein paar Büsche zusetzen, und hier die Tafel aufzustellen. Das Muster, das Kollmar mitgebracht hatte, zeigte: „Das sieht gut aus!“.

Jetzt müssen nur noch die künstlerischen Gremien der Stadt ihr Plazet geben, die sich ausbedungen haben, auch über solche Hinweisschilder, wenn sie im öffentlichen Raum aufgestellt werden, mitzusprechen. Aber wer sollte der derzeit weltweit gefeierten Vorzeige-Pforzheimerin Bertha Benz einen bürokratischen Stein in den Weg legen?

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