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Einfahrt der Gladiatoren. Abseits von Servolenkung und ABS ist Autofahren hier noch Knochenarbeit – wie hier beim Benz-Tourenwagen von 1912. Foto:Seibel
11.08.2013

Bertha Benz wäre stolz gewesen: Tausende bestaunen Oldtimer

Automobil-Pionierin Bertha Benz zeigte der Welt, wo es mit den pferdelos fahrenden Maschinen lang geht. Knapp 80 Oldtimer erinnerten an ihre erste Auto-Fernfahrt mit einer Nostalgie-Tour in ihre Heimatstadt Pforzheim.

Geschwindigkeit ist relativ. Wenn Peter Immel, Direktor der Mercedes-Benz-Niederlassung Mannheim/Heidelberg/Landau, in einer modernen S-Klasse mit Tempo 200 über die Autobahn schwebt, mag das Außenstehenden schnell vorkommen. Sitzt er hingegen am Steuer eines betagten Mercedes Benz, Typ Mannheim 350, aus dem Jahr 1929, das Verdeck heruntergeklappt, kuppelt, bis das Knie schmerzt und laut vernehmlich und mit Nachdruck die Gänge des nicht synchronisierten Getriebes einlegt, kommen ihm und seinen Beifahrern schon Tempo 50 rasant vor – doch die Zuschauer am Straßenrand haben alle Zeit der Welt, der klassischen 70-PS-Schönheit zuzuwinken und zu juchzen.

Erste Fernfahrt der Geschichte

So geht es dem Präsidenten des seit 1900 bestehenden Allgemeinen Schnauferl-Clubs mit seinen bundesweit 1400 Mitgliedern immer, wenn die Oldtimer-Enthusiasten in Europa die Honneurs abnehmen. Zum Beispiel bei der Bertha-Benz-Fahrt von Mannheim rund 100 Kilometer nach Pforzheim. Die Strecke also, die als erste Fernfahrt eines Automobils in die Geschichte einging, am Steuer Bertha Benz, gebürtige Pforzheimerin, die ohne Wissen ihres Mannes, des Erfinders Carl-Benz, vor 125 Jahren derartigen Wagemut an den Tag legte.

Verschreckt, neugierig und ungläubig staunend verfolgten Zeitgenossen am Wegesrand das ungewöhnliche Schauspiel. Heute stellen Zuschauer ihre Campingstühle an den Straßenrand, stehen, warten – denn der Streckenlauf ist bekannt. Zieleinfahrt Fußgängerzone Pforzheim. Tausende von Zuschauern. Bertha Benz hätte sich gefreut.

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