Isabel Maubach vom Gesundheitsamt Pforzheim-Enzkreis ist in der Kontaktnachverfolgung im Gesundheitsamt Pforzheim-Enzkreis tätig
Isabel Maubach vom Gesundheitsamt Pforzheim-Enzkreis ist in der Kontaktnachverfolgung im Gesundheitsamt Pforzheim-Enzkreis tätig. 

Besondere Herausforderung: OB Boch dankt städtischen Mitarbeitern, die im Gesundheitsamt aushelfen

Pforzheim. Einige sind erst seit wenigen Wochen dabei, andere wiederum seit Monaten. 20 städtische Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Bereichen der Verwaltung helfen im Gesundheitsamt des Enzkreises, das auch für die Stadt zuständig ist, um die Ausbreitung der Corona-Pandemie einzudämmen. Die meisten von ihnen sind in der so genannten Kontaktnachverfolgung eingesetzt. Das heißt viel telefonieren, schwierige und teils emotional schwer belastende Gespräche führen, Daten in das EDV-System eingeben und immer wieder die erforderlichen Maßnahmen abstimmen und kommunizieren. Die Rahmenbedingungen hierfür sind alles andere als einfach.

Als im Herbst die Infektionszahlen sprunghaft anstiegen, mussten schnell Lösungen gefunden werden. Dies macht sich an vielen Stellen in der Bürosituation bemerkbar, wie die Stadt am Dienstag in einer Mitteilung an die Presse schreibt.

"Sie setzen sich an sieben Tagen in der Woche für unsere Gesellschaft ein. Davor habe ich allergrößte Hochachtung."

Pforzheims OB Peter Boch

In Großraumbüros, umfunktionierten Besprechungszimmern und in verschiedenen Außenstellen verteilt muss der Job erledigt werden. Oberbürgermeister Peter Boch weiß um die Situation und die Bedeutung der Aufgabe: "Was unsere ans Gesundheitsamt abgeordneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Tag für Tag unter schwierigen Rahmenbedingungen für Pforzheim und den Enzkreis leisten, nötigt mir allen Respekt ab. Sie setzen sich an sieben Tagen in der Woche für unsere Gesellschaft ein. Davor habe ich allergrößte Hochachtung."

Steigende Corona-Zahlen: Kontaktverfolgung wird schwieriger
Video

Steigende Corona-Zahlen in Pforzheim und der Region: Kontaktverfolgung wird schwieriger

Verlängerung bis Ende März

Auch wenn aktuell noch nicht von einem baldigen Ende des Einsatzes im Gesundheitsamt ausgegangen werden kann, ist es für den Rathauschef Zeit, auf den Einsatz zu blicken: "Mir ist es gemeinsam mit Herrn Landrat Rosenau wichtig, herzlich Danke zu sagen. Sie leisten mit allen anderen Kräften im Gesundheitsamt einen tollen Job, der in der öffentlichen Wahrnehmung oft nicht die Anerkennung erfährt, die Ihnen gebührt." Die Abordnungen der städtischen Beschäftigten sind aktuell auf den 31. Dezember befristet, sollen angesichts der weiterhin hohen Inzidenzzahlen allerdings bis 31. März 2021 verlängert werden.

Pforzheim_Hotspot_Corona
Region

Pforzheim mit deutlichem Abstand der Corona-Hotspot in Baden-Württemberg

Die Stadt Pforzheim unterstützt die Arbeit des Gesundheitsamts noch auf weiteren Ebenen. So konnte innerhalb weniger Tage im EMMA-Kreativzentrum eine funktionsfähige Außenstelle des Gesundheitsamts eingerichtet werden. Räume, Mobiliar und EDV wurden schnellstmöglich hergerichtet, installiert und betriebsfähig gemacht. Darüber hinaus bietet die Stadt für die Kräfte im Gesundheitsamt seit Mitte November betriebspsychologische Beratungsleistungen an, die rege in Anspruch genommen werden.

Kontakt mit Leugnern nimmt zu

Drei Mitarbeiterinnen aus dem Personal- und Organisationsamt stehen für Gespräche und Beratung zur Verfügung. Auch hier zeigt sich, dass die Arbeit im Gesundheitsamt sehr fordernd und belastend ist. Neben dem teilweise nun seit Monaten andauernden Einsatz im Krisenmodus, nimmt auch die Zahl der Kontakte mit Corona-Leugnern deutlich zu, Telefonate und die Vereinbarung notwendiger Quarantänemaßnahmen werden vor diesem Hintergrund zu einer besonderen Herausforderung und zunehmend zur psychischen Belastung.