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Hier unter der A 8-Brücke bei Eutingen fiel der große Betonbrocken einem Mann aus Mühlacker vors Fahrrad. Foto: Meyer
Hier unter der A 8-Brücke bei Eutingen fiel der große Betonbrocken einem Mann aus Mühlacker vors Fahrrad. Foto: Meyer
Ganz offensichtlich kein Einzelfall: Mehrere Steine liegen am Rand des Enztalradwegs in der Unterführung auf dem Boden. Foto: Meyer
Ganz offensichtlich kein Einzelfall: Mehrere Steine liegen am Rand des Enztalradwegs in der Unterführung auf dem Boden. Foto: Meyer
Teilweise freigelegt ist die rostige Armierung des Brückenlagers. Foto: Meyer
Teilweise freigelegt ist die rostige Armierung des Brückenlagers. Foto: Meyer
06.08.2018

Betonbrocken löst sich aus Eutinger A8-Brücke: Radler im Glück

Pforzheim-Eutingen. Wenn gefährliche Flugobjekte unter Brücken Schlagzeilen machen, sind üblicherweise Steinewerfer dafür verantwortlich. Ein Radfahrer aus Mühlacker hat Ende vergangener Woche aber die erschreckende Erfahrung gemacht, dass eine Brücke selbst zum akuten Risiko werden kann. Seine Schilderung rief nicht nur die Polizei auf den Plan, sondern versetzt auch die Experten des Regierungspräsidiums (RP) Karlsruhe in Alarmbereitschaft.

Es war am Freitag kurz vor 13.30 Uhr, als der Mann auf dem Enztalradweg von Niefern in Richtung Eutingen unterwegs war. Was sich dann ereignete, klingt wie ein Alptraum – auch deshalb, weil der Radler aus gleißender Sonne in die stockfinstere Unterführung der Autobahnbrücke südlich der Enz fuhr und er das schlagartig nahende Unheil wegen der geblendeten Augen und des Lärms durch den Verkehr auf der Brücke nur erahnen konnte. „Ich habe eher reflexartig gebremst“, berichtet der Leser im PZ-Gespräch, „und dann war ich geschockt.“ Auf ein bis zwei Kilogramm schätzt er das Gewicht des Betonbrockens, der da vor ihm lag – herausgebrochen aus der Brückenwand und herabgestürzt. „Ein, zwei Sekunden früher, und er wäre auf mich draufgefallen.“

Umgehend wählte er am Handy die 110. Denn auf dem Boden der Unterführung machte er mehrere weitere Brocken aus.

Wie die Polizeisprecherin Sabine Doll auf PZ-Nachfrage bestätigt, seien Kollegen umgehend zur Stelle gewesen und hätten den Abgang des etwa 20 mal 30 Zentimeter großen Brockens als akute „Gefahrenlage“ eingeschätzt. Sie schalteten die Autobahnmeisterei des Regierungspräsidiums ein, deren Rufbereitschaft sofort ausrückte. Nach Angaben des RP-Sprechers Uwe Herzel gab es eine Sofortkontrolle.

Diese ergab, dass keine weiteren offensichtlichen Gefahrenstellen auszumachen und Abplatzungen nicht zu erwarten seien. Dennoch werden Experten, darunter der Bauwerksprüfer des RP, gleich an diesem Dienstag mithilfe eines Hubsteigers die Brücke noch einmal intensiv inspizieren. Ohnehin, bekräftigt Herzel, stehe diese Brücke unter besonderer Beobachtung und werde vom RP einmal im Jahr überprüft. Das offensichtlich marode Bauwerk werde im Zuge des Ausbaus der A 8-Enztalquerung ersetzt. Weil diese Erneuerung aber wohl noch mindestens zwei Jahre auf sich warten lässt, könnten bis dahin provisorische Sicherungsmaßnahmen unabdingbar werden.

Mehr lesen Sie am Dienstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

röhrich
16.08.2018
Betonbrocken löst sich aus Eutinger A8-Brücke: Radler im Glück

Schon der Hammer, was hier geschrieben wird!!! Das ist kein Betonbrocken, sondern die Verkleidung des Brückenlagers. Diese Steine liegen schon seit fast einem Jahr neben dem Brückenlager. Wenn der Radler da beinahe dagegen gefahren währe kann er eh nicht Radeln. Der Radweg ist da ca. 5 Meter daneben. Was ich aber nicht verstehe, die Brücke wird so ca. alle 2 Monate überprüft. Warum heißt es dann, einmal im Jahr? mehr...

Faelchle
16.08.2018
Betonbrocken löst sich aus Eutinger A8-Brücke: Radler im Glück

Die Schilderung des Radlers ist in der Tat sehr dramatisiert. Dunkel ist es um die Mittagszeit dort keinesfalls, Acuh die Blendung durch die Sonne wird etwas übertrieben dargestellt, so gesehen, hätte er dort auch einen Fußgänger überfahren können, ein bisschen Sommerloch, würde ich sagen. mehr...