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20.09.2016

Betrug per Telefonanruf aus der Türkei: Pforzheimer wegen Beihilfe verurteilt

Pforzheim. Neun Monate Freiheitsstrafe ausgesetzt zu drei Jahren auf Bewährung, so lautete am Dienstag das Urteil des Schöffengerichts unter Vorsitz von Richter Oliver Weik. Angeklagt war ein 23-jähriger Pforzheimer wegen Beihilfe zum bandenmäßigen Betrug in zwei Fällen.

Urlaub mit Folgen

Im Sommerurlaub 2014 hatte der Angeklagte in der Türkei einen gewissen Hakan kennengelernt, der ihm angeboten habe, verbilligte Pay-Safe-Karten zu erwerben. Dies habe er auch zwei oder drei Mal getan. Einige Zeit später habe er einen Anruf von Hakan erhalten und sei gebeten worden, ihm Geld in die Türkei zu überweisen. Dafür erhalte er einen Teil des Betrages. 50 oder 100 Euro habe er bekommen und geglaubt, dass es sich lediglich um einen Gefallen gehandelt habe.

Wenig später allerdings taucht die Polizei bei ihm auf. Da sei ihm klar geworden, dass es sich um systematischen Betrug handle. Dass Menschen bedroht wurden, habe er nicht gewusst. So geschehen im Dezember 2014, als eine ältere Dame aus jenem in Izmir in der Türkei gelegenen Call-Center kontaktiert wird.

Gebühren für Lottogewinn

Der Anrufer, der sich als Herr Wolf ausgab, sagte seinem Opfer, es habe 24 000 Euro in der Lotterie gewonnen. Gegen Zahlung einer Gebühr in Höhe von 4000 Euro würde sie den Gewinn erhalten. Zahle sie nicht, so stünde das Leben ihrer Tochter auf dem Spiel. Die Dame bezahlte und überwies das geforderte Geld auf das Konto der Mutter des Angeklagten. Der wiederum war angewiesen, dieses gegen Provision an die Täter in der Türkei zu transferieren. Nachdem aber die Polizei auf ihn zugekommen war und ihn aufgeklärt habe, habe er mit der Polizei kooperiert.

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