nach oben
Blumen und große Anerkennung für die Vorbilder: OB Peter Boch, Larissas Mutter Beate Weingardt, Alicja Kopatz, der Gerettete Rüdiger Schmidt, Anna Kolman und Bad Wildbads Bürgermeister Klaus Mack (von links). Foto: Meyer
Blumen und große Anerkennung für die Vorbilder: OB Peter Boch, Larissas Mutter Beate Weingardt, Alicja Kopatz, der Gerettete Rüdiger Schmidt, Anna Kolman und Bad Wildbads Bürgermeister Klaus Mack (von links). Foto: Meyer
25.10.2017

Bewegender Dank an drei junge Lebensretterinnen

Pforzheim. Die Geschichte, wie drei junge Frauen am Rande des Schellbronner Nachtumzugs einem zusammengebrochenen Passanten das Leben retteten, hat die PZ bereits wiederholt erzählt. Am Mittwochabend im Rathaus aber – gut ein Dreivierteljahr später – berichtete der Gerettete selbst erstmals öffentlich, wie wichtig dieses Handeln für ihn war und wie groß seine Dankbarkeit ist.

Dass Rüdiger Schmidt (74) aus Schellbronn wieder prima dasteht, ist das Verdienst von Alicja Kopatz (18) aus Pforzheim, Larissa Weingardt (19) aus Hohenwart und Anna Kolman (18) aus Calmbach. Es war wohl eine verschleppte Lungenentzündung, die Schmidt auf dem Spaziergang nach Hause in akute Lebensgefahr brachte: „Ich war eigentlich tot, mein Herz hatte aufgehört, zu schlagen.“ In vielen solcher Fälle kommt der Herzschlag nie wieder, falls doch, sind oft bleibende Schäden die Folge. Dass die Frauen bis zum Eintreffen der Profis sofort Wiederbelebungsmaßnahmen einleiteten, sei ein Segen.

„Ich hätte sonst meinen vierten Enkel gar nicht kennengelernt“, sagte Schmidt sichtlich bewegt – Elias kam kurz nach dem Kampf um Leben und Tod zur Welt. Der Gerettete, der sich schon im privaten Kreis bei den Frauen bedankte und ihnen Rosen überreichte, hat sie für den 14. Januar eingeladen – um mit ihnen seinen „ersten Geburtstag“ zu feiern.

Den Helferinnen ist die öffentliche Aufmerksamkeit eher unangenehm. Mehrere Ehrungen haben sie erhalten, gar eine TV-Anfrage von RTL abgelehnt, nun folgte die „öffentliche Anerkennung für die Rettung eines Menschen aus Lebensgefahr“ im Namen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „Wir wollten einfach helfen“, sagte Anna Kolman, die nicht verstehen kann, dass etliche Erwachsene einfach am Kollabierten vorbeigingen.

Oberbürgermeister fühlt mit

„Großen Respekt“ sprach OB Peter Boch den Retterinnen dafür aus, sofort gehandelt zu haben: „Ich habe Gänsehaut, wenn ich darüber spreche“. Bad Wildbads Bürgermeister Klaus Mack nannte sie „große Vorbilder“ und betonte: „Ich bin wirklich begeistert.“ Kretschmanns Urkunden und kleine Geldpräsente, aber auch Blumen und Schokolade übergaben die Rathauschefs an Alicja, Anna und – für die erkrankte Larissa – an Mutter Beate Weingardt und Großmutter Irene Hummel. Neuhausens Bürgermeister Oliver Korz und Hohenwarts Ortsvorsteher Karl Schröck gratulierten.