nach oben
Vier Bewerber gibt es bislang für die Pforzheimer OB-Wahl. Symbolbild: dpa
Vier Bewerber gibt es bislang für die Pforzheimer OB-Wahl. Symbolbild: dpa
31.01.2017

Bewerber-Karussell für OB-Wahl hat sich wohl schon ausgedreht

Pforzheim. Zwei mit guten Chancen, zwei mit allenfalls Außenseiterambitionen: Dieses Bewerberfeld für die Pforzheimer OB-Wahl am 7. Mai könnte bereits jetzt das endgültige sein.

Die AfD wird, Stand jetzt, keinen Kandidaten für die Oberbürgermeister-Wahl in ihrer Hochburg Pforzheim aufbieten. „Nach wie vor steht das bei uns nicht zur Debatte“, sagt Bernd Grimmer, Sprecher des AfD-Kreisverbands und Vorsitzender der AfD-Gemeinderatsfraktion. Er wisse, dass dies angesichts der jüngsten AfD-Wahlerfolge von vielen erwartet werde, aber die Partei sei organisch nicht so schnell gewachsen, dass sie eine solche Herausforderung bewältigen könne. Das wäre „nicht vernünftig“, so Grimmer.

Mit Blick auf die Benennung des Epfendorfer Bürgermeisters Peter Boch als CDU-Herausforderer von Amtsinhaber Gert Hager sagte Grimmer: „Wir begrüßen es sehr, dass eine wirklich ernsthafte konkurrierende Kandidatur vorliegt.“ Das ist eine Absage an die Kandidaturen des parteilosen Organisators der Bürgerwehr auf dem Haidach, Andreas Fabrizius, und des gleichfalls parteilosen Dimitrij Walter. Was Boch angehe, könne man noch keine Bewertung vornehmen. Die AfD wolle ein Gespräch führen. „Um zu sehen, ob er uns eher entgegenkommt als die Politik von Hager“, so Grimmer.

„Grundsätzlich ist für uns wichtig, dass bei einer Wahl Alternativen vorhanden sind“, sagt Michael Schwarz, der Pforzheimer Vorsitzende der Freien Wähler und 2009 selbst OB-Kandidat. „Wir werden keine Empfehlung aussprechen, nur die, dass sich die Wähler selbst ein Bild von den Kandidaten machen sollten.“ Es werde ein Gespräch des Fraktionspartners FDP – von der CDU als Verbündeter ausgeguckt – mit Peter Boch geben, an dem sich die Freien Wähler beteiligen könnten. Einen eigenen Kandidaten sieht Schwarz derzeit nicht.

Auch aus dem linkeren politischen Spektrum ist offenbar kein Kandidat einer Partei oder Gruppierung zu erwarten. Was die Stadträte Christof Weisenbacher (WiP) und Joachim Bott (Elternliste) vor Wochen bereits aus Sicht der Fraktionsgemeinschaft WiP/Die Linke/Eltern als höchstwahrscheinlich darstellten, untermauerte Stadtrat Claus Spohn („Die Linke“) gegenüber der PZ. „Meine persönliche Meinung ist, dass es keinen geben wird“, beantwortete er die Frage nach einem Bewerber seiner Partei.

Komplex ist die Lage im grünen Lager: Die Fraktion Grüne Liste hatte 2016 bekanntlich die Abspaltung zweier Stadträte unter dem Parteinamen „Bündnis 90/Die Grünen“ zu verkraften. Die nunmehr als dreiköpfige Fraktion vertretene Grüne Liste werde, Stand jetzt, keinen Kandidaten ins Rennen schicken, sagte ihr Vorsitzender Axel Baumbusch. Auch die Partei Bündnis 90/Die Grünen wird keinen Kandidaten aufbieten: „Man sollte seine Energie da aufwenden, wo es sinnvoll ist“, sagte die geschäftsführende Kreisvorsitzende und Bundestagskandidatin Katrin Lechler.