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Symbolbild dpa
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07.02.2019

„Bezahlt“ trotz ungedeckter Konten – sechs Personen in Pforzheim angeklagt

Pforzheim. Zu herzzerreißenden und rührenden Szenen ist es am Donnerstagabend nach Ende des ersten Verhandlungstags vor dem Schöffengericht gekommen. Kinder im Grundschulalter fielen ihrer Mutter, die mit ihrem Mann und vier weiteren Personen des gewerblichen Bandenbetrugs in insgesamt 200 Fällen angeklagt ist, schluchzend um den Hals.

Das Mädchen klammerte sich weinend an ihre Mutter, die wie ihre Mitangeklagten derzeit in Untersuchungshaft sitzt.

Das Ehepaar, das seit einigen Jahren in Pforzheim lebt und die ungarische Staatsangehörigkeit hat, soll Landsleute, aber auch Rumänen, angeheuert haben, die bei mehreren, unterschiedlichen Banken Girokonten eröffneten und in verschiedenen Geschäften – vom Möbelhaus über den Baumarkt bis zur Parfümerie Einkäufe getätigt haben sollen. „Bezahlt“ wurde mittels des elektronischen Lastschriftverfahrens, mit Karte, allerdings waren die Konten nicht gedeckt. Der Gesamtschaden beläuft sich laut Anklage auf knapp 38.000 Euro.

Die Angeklagten – Männer und Frauen im Alter zwischen Mitte 20 und Mitte 40 – wurden unter den Augen zahlreicher Angehöriger und Verwandter, darunter Kinder und Jugendliche und einem großen Aufgebot von rund 15 Justizbeamten in Handschellen, teils mit Fußfessel in den Gerichtssaal geführt und die Besucher vorab von einem Beamten ermahnt, während der Verhandlung keinen Kontakt mit den Angeklagten aufzunehmen. Bereits zu Beginn der Verhandlung unter dem Vorsitz von Oliver Weik und während der Verlesung der Anklageschrift durch Staatsanwältin Christine Roschinski flossen in den Zuhörerreihen die ersten Tränen. Die Zuhörer, abgeschirmt mit Bändern, verfolgten aufmerksam das Geschehen im Gerichtssaal. Aufgrund der vielen Angeklagten gab es mehrere Verteidiger und auch drei Dolmetscher, denn ein Großteil der Angeklagten spricht weder Deutsch, noch haben Sie einen festen Wohnsitz in Deutschland. Für Unterkunft und Verpflegung soll das Ehepaar in Pforzheim gesorgt haben.

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